Seite 1 von 1

Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: So 18. Jul 2010, 19:35
von Hinoe
[align=justify]
Bild
Bild

Bild

      Vorname:
      Hinoe – Die junge Frau wurde nach dem dritten der zehn Kalenderzeichen getauft und trägt damit einen Namen, der innerhalb der Shinyuu nicht nur beliebt, sondern auch sehr angesehen ist. Als Nichte des Clanoberhaupts erachtete man sie für würdig genug, nach etwas benannt zu werden, was so elementar für ihre Familie ist, dass es sie ihr Leben lang daran erinnern wird.

      Kosename:
      Hane [Feder, Flügel; Klinge] leitet sich von Hinoe ab und wurde vor allem aufgrund seiner Bedeutung als passend für die junge Dame erachtet. Gerade die Übersetzung „Feder“ spielt eine große Rolle, da es die erste Assoziation ist, die jedes Clanmitglied zu der Shinyuu hat. Warum man sie mit dem Stoff, aus dem die Gewänder von Engeln und Vögeln gemacht werden, verbindet, ist allerdings eine andere Geschichte, die den Erinnerungen Hinoes vorbehalten bleiben soll.

      Nachname:
      Shinyuu

      Alter:
      19 Jahre

      Geschlecht:
      Weiblich

      Größe:
      1.64 m

      Gewicht:
      52 kg

      Geburtsort:
      Dorf Kangetsu

      Wohnort:
      Kirigakure no Sato

      Rang:
      Jounin

      Clan:
      Shinyuu-Clan

      Aussehen:



      Charakteristische blaue Haare umrahmen ein zierliches Gesicht, das besonders durch ein Paar wunderschöner, smaragdgrüner Augen auffällt. Eine gerade, hübsche Nase sowie elegant geschwungene Lippen passen sich in ihrer Größe und Fülle genau an die Gesichtsform der Shinyuu an. Der Körper selbst ist unerwartet schmal für eine Taijutsuka, trotz allem aber von Muskelpartien geprägt, wie sie nur ein Kämpfer haben kann. Man sieht ihr an, dass ihre Körperkraft unter dem Niveau der meisten Schwertschwinger ist, erkennt aber auch ohne Zweifel, dass ihre Figur das Ergebnis jahrelangen unbarmherzigen Trainings ist. Die Natur scheint es gut mit ihr zu meinen und trotz weiblicher Proportionen und entsprechender Silhouette sind die Rundungen nur so weit ausgeprägt, als dass sie sie in einem Kampf nicht behindern würden.
      Hinoe trägt ihr Haar in der Regel offen, das von Natur aus in unregelmäßigen Strähnen fällt. Für Missionen lässt sie sich auch dazu überreden, sie zusammenzubinden, dann jedoch mit einer komplizierten Technik, die verhindert, dass trotz modischer Frisur Einbußen in der Sicht in Kauf genommen werden müssen.
      Ihre Klamotten sind in der spärlichen Freizeit stets sehr originell, da Hinoe in dieser Hinsicht typisch Frau darauf achtet, aufzufallen und sich von den anderen abzuheben. Sie bevorzugt eng anliegende Kleidung, die ihre Figur betonen und auch nicht immer völlig praktisch sein müssen. Hier steht eben das gute Aussehen an oberster Stelle und manchmal lässt sich der Sexyness-Faktor eben nicht mit Bewegungsfreiheit auf einen Nenner bringen.
      Ganz im Kontrast dazu steht ihre Alltags-, Kampf- und Missionskleidung, die aus einem weiten Hakama nebst passendem Haori und rotem Obi besteht. Sie bevorzugt schwarze Oberbekleidung und weißes Unterkleid, was einen in ihren Augen perfekten Kontrasteffekt erzeugt. Doch nicht nur farblich sind ihre Klamotten abgestimmt, auch in ihrer Beschaffenheit sind sie auf Bewegungsfreiheit und Kampftauglichkeit geeicht. So besteht die Oberbekleidung aus einem besonders leichten Material, das sich zwar nicht unbedingt angenehm anfühlt, dafür aber relativ feuerfest und zugleich wasserabweisend ist. Elastisch und luftdurchlässig ist es auch an wärmeren Tagen im sonst so kühlen Kiri gut zu tragen und würde selbst bei den verhältnismäßig höheren Temperaturen in Konoha oder gar Suna keine Belastung für die Shinyuu darstellen.
      Doch egal, wie Hinoe sich nun kleidet – fest steht, dass sie auffällt. Mit ihren blauen Haaren, dem stechend unbarmherzigen Blick der grünen Augen und der nahezu perfekten Figur ist sie eine objektiv betrachtet begehrenswerte Person, der man aber ihre Profession nur allzu gut ansieht. Wer einen Blick auf das Schwerterpaar an ihrer Seite erhascht, wird es sich wohl zwei Mal überlegen, ob es tatsächlich lohnenswert ist sie anzusprechen, oder ob es nicht sicherer wäre, sich für eine zutraulichere Frau zu entscheiden ..

Bild

      Charaktereigenschaften:
      Stets gelangweilt wirkt Hinoe, als wäre sie des Lebens längst überdrüssig geworden. Ob beim Dango-Essen, während der Arbeit, oder auf einem Jahrmarkt; selten bekommt man den Eindruck, dass die junge Frau wirklich zufrieden ist. Viel mehr scheint sie an allem und insbesondere sich selbst etwas auszusetzen zu haben und mit einem geradezu krankhaften Perfektionismus an gestellte Aufgaben heranzugehen. Es gibt wenige Menschen, die so oft seufzen wie sie, und meistens ist es die erste Reaktion, die sie auf neue Bekanntschaften zeigt. Ständig allein ist sie als Einzelgängerin bekannt und es gibt nur wenige, die berichten könnten, dass sie an einem der seltenen, sonnigen Tage freiwillig ihre Wohnung verließ.
      Wer sich aber auf die scheinbar so kühle Schönheit einlässt und sich die Mühe macht, die steinerne Fassade zum Bröckeln zu bringen, der lernt eine unerwartet lebensfrohe, wenn auch sarkastische Person kennen. Hinoe nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt direkt und ehrlich was sie denkt. Man schätzt sie für ihre Hilfsbereitschaft, sollte sich aber vor ihrem Stolz in Acht nehmen, der sie keine noch so lieb gemeinte Geste ohne entsprechende Gegenleistung akzeptieren lässt. Verlegenheit zeigt die kontrollierte Mimik selten, wer sie kennt, weiß aber um einige unbewusste Gesten, die ihre Emotionen auf geradezu sympathisch niedliche Art offen legen. Fährt sie sich beispielsweise durch das blaue Haar, ist das meist ein Zeichen von versteckter Unsicherheit, während ihre Augen unkontrolliert schneller blinzeln, wenn sie sich ehrlich freut.
      So weiblich die Kunoichi selbst ist – Frauen gegenüber verhält sie sich noch unnahbarer, als es sowieso den Eindruck macht. Es gibt nur wenige Damen, die sie als gleichwertige Koleginnen ansieht und eine noch geringere Anzahl, für die sie sich als Freundin verpflichtet fühlt. Im Gegenzug ist sie der Männerwelt verfallen, obgleich ihr anspruchsvoller Geschmack dabei ebenfalls einschränkend auf potentielle Kandidaten wirkt. Flirten ist eine hohe Kunst, die beherrscht werden will. Und man kann kaum behaupten, dass die Shinyuu darin wenig Übung, geschweige denn Talent hat ..
      Als Ninja agiert sie dennoch meist professionell und ist auch dazu bereit, mit Menschen zu arbeiten, die sie unter normalen Umständen nicht einmal ignorieren würde. Qualitäten als Sensei hat sie und es bereitet ihr sogar regelrecht Freude, ein Training zu leiten, wenn auch der Gedanke an ein GeNin-Team, sofern sie denn ehrlich zu sich selbst ist, sie ein wenig überfordert. Gleichzeitig würde es ihr nie in den Sinn kommen, einem suchenden Schüler einen Wunsch abzuschlagen. So sehr sie auch darin begabt ist, ihr Innerstes zu verstecken: in Wahrheit ist Hinoe eine sehr sanfte Person. Und um diese Seite an ihr kennen lernen zu dürfen, reicht es meist schon, ihr durch einfache und doch verborgene Gesten zu beweisen, warum man es wert ist, anders behandelt zu werden, als der sonstige menschliche Dreck, dem man zwangsläufig Tag für Tag begegnet.
      Wo die Kenjutsuka sonst einer chronischen Langeweile verfallen zu sein scheint, ist ihre Begeisterung für den Kampf kaum übertroffen. Sie liebt es, Anderen dabei zuzusehen, es versetzt sie regelrecht in Ekstase, selbst ihr Schwert in die Hand nehmen und sich behaupten zu dürfen. Wer ihr Gegner ist, spielt dabei keine Rolle – Hinoe hat früh gelernt, dass man absolut niemanden unterschätzen darf. Und aufgrund dieser vorurteilsfreien Denkweise ist sie auch selten diejenige, die eine Aufforderung zum Kampf ablehnt. Eins ist dabei jedoch zu beachten: wenn die Shinyuu einmal kämpft, dann erfährt man ihre Person auf eine Art und Weise, die sie als intimer als alles Andere erachtet. Und dann darf man auch nicht damit rechnen, dass sie Erbarmen zeigt, wenn es um etwas geht, was ihr lieb und teuer ist.

      Abschließend ist es ein Zitat ihrer selbst, mit dem man ihren Kampfgeist und -stil knapp und dennoch sehr präzise auf den Punkt bringen kann.

      Kurz nach der Ernennung zum JouNin auf ihrer ersten A-Rang Mission gegenüber einem feindlichen, körperlich sehr starken Schwertschwinger, gegen den sie sich behaupten musste:
      „Wie nur könnte diese stumpfsinnige Kraft in einem Schwertkampf von irgendeinem Nutzen sein?“

      Vorlieben:
      Dango | Milchshakes | Klamotten | Schwerter | Kunst | Männer

      Essen ist etwas Wichtiges. Gerade für jemanden, der so sehr auf seinen Körper angewiesen ist, wie eine Taijutsuka. Deswegen beschäftigt Hinoe sich auch zwangsläufig damit, sich gesund und gut zu ernähren und dabei aber auch darauf zu achten, dass sie möglichst nach ihren Präferenzen geht. Gesund sind Dango zwar nicht, doch steht der kleine Laden irgendwo in einem Viertel im Stadtzentrum ganz oben auf ihrer Liste, wenn es darum geht, schnell zu schmackhafter Nahrung zu kommen. Ob süß oder deftig, klein oder groß: sie liebt die Klöße und hat sich nicht selten dabei ertappt, sich bis in aufgrund der schieren Menge unvermeidbare Bauchschmerzen zu essen.
      Mindestens genau so groß ist ihr Faible für Milchshakes. Sofern sie nicht gerade außerhalb des Dorfes unterwegs ist, schlürft Hinoe einen nach dem anderen. Mit größtem Genuss. Es kam sogar bereits vor, dass ein Team aus überambitionierten Umweltschützern an sie appellierte und geradezu anflehte, den horrenden Verbrauch an doch so schädigenden Bechern einzustellen .. Was Gerüchten nach zur Folge hatte, dass der Verein kurze Zeit später seine Arbeit einstellte.
      Was das Thema Konsum angeht, lässt die junge Frau nicht mit sich reden. So auch nicht bei Klamotten. Hinoe ist stets darum bemüht, das Haus nur dann zu privatem Zweck zu verlassen, wenn ihr Outfit in jeder Hinsicht abgestimmt ist. Hosen müssen mit dem Top harmonieren, Ketten und Armbänder farblich zu den Schuhen passen und das Outfit insgesamt darf auf keinen Fall zu sehr dem gerade vorherrschenden Standart entsprechen. Auch, wenn es einige ältere JouNin nicht gerne sehen, verzichtet sie in ihrer Freizeit darauf, als Kunoichi erkennbar zu sein und trägt sogar ihre Schwerter nur in Schriftrollen mit sich herum.
      Ihre Klingen nämlich sind Hinoe wichtiger als alles Andere und würden ihre Eltern noch leben, würde sie womöglich sogar so weit gehen, sie zu opfern, nur um ihr Katana und das dazugehörige Wakizashi zu retten. Sie liebt alle möglichen Arten von Schwertern und ist in der Tat sogar im Besitz von einer kompletten Schwert-Sammlung, bestehend aus insgesamt 14 Exemplaren. Auch, wenn sie außer ihrem Lieblingspaar keines davon im Kampf benutzt, ist sie theoretisch dazu in der Lage, jedes meisterhaft zu führen und in einer Schlacht zu verwenden. Da sie zu den wenigen Shinyuu gehört, die auch in der Schmiedekunst unterwiesen sind, ist die Verbindung zu dem von ihr bevorzugten Paar auch noch stärker als bei den meisten anderen Kämpfern. Sie selbst hat sie mit der Hilfe von Veteranen geschaffen und genau auf ihren Kampfstil und ihre Person abgestimmt – jeder Wellenschliff, jede Maserung im Griff steht in direkter Verbindung zu ihr, weswegen es für sie dem Verlust eines nahestehenden Menschen gleichen würde, eine dieser Klingen zu verlieren.
      Genau so, wie sie ihre Schwerter liebt, vergöttert Hinoe den Kampf. Ihre Körperkontrolle ist meisterhaft, genauso wie es ihr Kampf ist, in dem sich sämtliche Prinzipien, die sie mit ihrem Clan verbindet, vereinigen. So hat die junge Frau auch keine Angst vor dem Tod – so lange ihre Schwerter an ihrer Seite sind, kann ihr nichts geschehen. Und sollte doch etwas passieren, dann nimmt sie es gerne in Kauf, bei etwas zu sterben, was für sie die höchste Erfüllung aller Träume, aller Sehnsüchte und aller Perfektion bedeutet.
      Und noch eine Schwäche gibt es, die das Verhalten der sonst so unnahbaren Frau prägt: Männer. Hinoe schaut einem durchtrainierten Jounin genau so hinterher, wie sie in den heißen Quellen die gemischten Becken vorzieht. In Bars kennt man sie als kontaktfreudige Person, die ab und an auch eine ihrer Bekanntschaften mit nach Hause nimmt. Billig ist die Kenjutsuka allerdings nicht. Sie entscheidet, wen sie haben will, und wen nicht. Und um in ihr Beuteschema zu fallen muss man schon mehr mitbringen als ein paar Muskeln und ein charmantes Lächeln.

      Abneigungen:
      Krankenhäuser | Geld | Schreibarbeit | Kochen | Ninjutsu | Einsamkeit

      So oft es auch nötig ist, dass sie die weißgetünchten Säle des ortsansässigen Krankenhauses aufsucht: Hinoe hasst diese Gebäude. Ob sie nun dort ist, um selbst untersucht oder wiederhergestellt zu werden, oder lediglich, um einem Freund mit ihrer Anwesenheit die Regenerationszeit zu versüßen – all dies tut sie nur mit größtem Widerwillen. Seitdem ihr Vater in einem solchen Gebäude verstorben ist, verbindet die junge Frau nur Schlechtes mit der Institution, die eigentlich nur einen guten Zweck verfolgt: Die Heilung von Kranken und Verletzten. Selbst Ärzten und Medics gegenüber hat sie gewisse Vorbehalte, die sie nur dann bereit ist, aufzugeben, wenn es wirklich unbedingt nötig ist. Ein befreundeter Irou übernimmt meist die Behandlung von kleineren Wunden, animiert sie dennoch jedes Mal dazu, ihre Asympathien aufzugeben – bislang ohne den geringsten Anflug von Erfolg.
      Der Umgang mit Geld stellt ebenso eine Sache dar, die Hinoe regelrecht verhasst ist. Sie mag es nicht, viel davon mit sich herumzutragen und ab einer gewissen Geldbeutelkapazität verlässt sie das traute Heim nur mit einem permanent unguten Gefühl. Dabei ist es nicht so, dass sie nicht dazu in der Lage wäre, es gewissenhaft auszugeben; es behagt ihr nur einfach nicht, an einer Kasse zu stehen und etwas zu bezahlen. Wirklich geizig ist die Shinyuu nicht einmal .. weswegen sie selbst es sich nicht zu erklären weiß, worin diese ungewöhnliche und doch so hinderliche Eigenart begründet ist.
      Besonders für den Shinobialltag undankbar ist die Abneigung gegenüber Schreibarbeit. Wer sich bei Missionsberichten so kurz wie möglich fast, Papierkram immer nur dann erledigt, wenn es gar keinen anderen Ausweg mehr gibt und auch sonst darauf bedacht ist, alle diese Aufgaben an andere abzutreten, ist nicht selten der Erzfeind der bürokratischen Schicht. So sehr die Shinyuu sich auch bemüht, alles nach bestem Wissen und Gewissen zu erledigen: nach einer Weile langweilt sie all das so sehr, dass sie geradezu dazu gezwungen ist, die Arbeit einzustellen und sich mit den schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen. Essen zum Beispiel.
      Ungünstig bloß, dass auch Kochen nicht zu ihren Leidenschaften gehört. Neben Fertig-Nudelsuppen finden sich in ihrer Wohnung Aufback-Pizzen, Teigtaschen, die nur in den Ofen geschoben werden müssen und jede Menge Obst, das glücklicherweise ja nicht zubereitet werden muss. Einzig das dringende Bedürfnis nach Fleisch stellt in dieser Hinsicht ein Problem dar, weswegen sie öfter auswärts isst, als es für das Budget eines durchschnittlichen Verdieners möglich ist. Als Jounin hat man da eben seine Möglichkeiten ..
      Nicht ihrem Rang entsprechend sind hingegen ihre Ninjutsukenntnisse. Bis auf die paar Akademie-Techniken, die sie zwangsweise lernen musste, hat sich die Shinyuu völlig von diesem Metier abgewendet. Nicht nur, weil es sie nicht interessiert und schlichtweg langweilt, sondern auch, weil sie es als Standart sieht. Fast jeder beschäftigt sich mit der Nutzung seiner Elemente, wo sie nicht einmal dazu in der Lage ist, ihr angeborenes Fuuton zu kontrollieren, selbst, wenn sie es wollte.
      Ein regelrechtes Problem hat die junge Frau außerdem mit Einsamkeit, selbst, wenn man das bei ihrer Person wohl am wenigsten vermuten würde. Seitdem sie völlig allein und isoliert wohnt, zieht es sie des Abends vermehrt häufig nach draußen. Nimmt sie einmal eine ihrer Errungenschaften mit zu sich, liegt das auch selten daran, dass sie ein Flittchen ist, das seine Bedürfnisse befriedigen will, sondern ist viel mehr darin begründet, dass sie einen Weg sucht, ihr Alleinsein zu lindern. Freunde hat sie aufgrund ihrer nicht immer ganz einfachen Art und einem langen Leben in Abgeschottenheit nicht besonders viele, weswegen zu hoffen ist, dass sie diese Hürde bald überwindet – und ihre Ängste keinen Raum mehr haben müssen.

      Besonderheiten:
      Neben ihrem außergewöhnlichen Aussehen, der Clanzugehörigkeit, einem unüblichen Kampfstil und der wohl ungewöhnlichsten Kombination der drei Jutsutypen, gibt es keine herausragenden Besonderheiten, die an dieser Stelle erwähnt werden müssten. Vielleicht ist zu nennen, dass Hinoe neben ihrer Shinobi-Berufung auch die Arbeit eines Schmieds auszuführen weiß, was sich in den seltensten Fällen auf einen leicht derben Umgangston niederschlägt .. Selbstredend aber nur unter 'Kollegen'.

Bild

      Chakranatur:
      Obgleich Hinoe nicht dazu in der Lage ist, elementare Ninjutsu anzuwenden, besitzt auch sie eine angeborene Chakranatur. Diese ist in ihrem Fall Fuuton, was eindrucksvoll die Freiheit demonstriert, die jeder Shinyuu im Blut hat. Seit der Begegnung mit Emmadaiou ist die Natur, die die meisten der direkten Nachfahren des Gründervaters in sich tragen und da macht auch Hinoe keine Ausnahme. Wenn sie an einer Klippe steht, den Wind im Nacken spürt und sich gedanklich von ihm mitnehmen lässt .. dann immer fühlt sie, warum gerade dieses Element so sehr mit dem ihrer Meinung nach wertvollsten Besitztum verknüpft ist.

      Stärken:
      Kenjutsu | Geschwindigkeit | Genjutsu

      Die Shinyuu ist eine absolute Koriphäe, was Körperkontrolle angeht. Jahrelanges, exzessives Training machte sie zu einer Kenjutsuka, die selbst innerhalb des Clans ihresgleichen sucht. Sie weiß, wie man mit einem Katana umzugehen hat, kennt keine Schwierigkeiten, was das Erlernen noch so komplexer Bewegungsabläufe angeht und weiß schlichtweg, was sie alles mit ihren Extremitäten anstellen kann. Ihre Reflexe sind sehr zuverlässig und selbst fintenreichere Angriffe lassen sich leichter erahnen – wenn auch niemals mit Sicherheit voraussehen. Insgesamt hat sie ein übernatürliches Gespür für Waffen, seien es nun ihre Schwerter, oder auch ihr modifizeirter Bambusschirm.
      In Sachen Geschwindigkeit gibt es nur wenige, die dieser jungen Dame etwas vormachen. Ihre Angriffe sind präzise und schnell, erfolgen Schlag auf Schlag und manchmal ohne, dass der Gegner dazu in der Lage ist, sie aufgrund ihres bloßen Tempos zu verfolgen. Die Shinyuu hat gelernt, wie man binnen kürzester Zeit auf Höchsttempo beschleunigt und dieses auch im Kampf beibehält.
      Die Illusionen nämlich gehören ebenso zu ihren Stärken. Hinoe ist eine Person, die ihre Gegner auch ohne Körperkraft zu besiegen weiß – und das auch häufig mit der bloßen Manipulation des Geistes. Zusammen mit dem Schwertkampf eine gefährliche Kombination, die trotz aller Effektivität nur wenige wirklich zu würdigen wissen.

      Schwächen:
      Ninjutsu | Stärke | Ausdauer

      Die wohl größte und gleichzeitig auch fatalste Schwäche der Jounin sind ihre absolut unterirdischen Ninjutsukenntnisse. Nicht nur, dass sie nicht dazu in der Lage ist, elementares Chakra zu schmieden; noch dazu kennt sie bis auf die wenigen Grundtechniken kaum eine Ninjutsu, die ihr dienlich sein könnte. Ein großes Manko, für das sie nicht selten auch belächelt wird, ist eine Spezialisierung auf die ihr eigenen Gebiete doch als unüblich zu betrachten.
      Wo sie ihre Geschwindigkeit trainierte, vernachlässigte sie allerdings körperliche Stärke. Gut, dass sie diese in ihrem Kampfstil auch nicht benötigt. Ein Schwert ist ihrer Ansicht nach ohnehin zu elegant, als dass man in seinem Klingentanz übermäßige Körperkräfte überhaupt einbauen könnte. So zumindest ihre Meinung, die auch im Clan so seine Widersprüche findet.
      Ein Verhängnis in jedem Kampf kann ihr derweil ihre Ausdauer werden. Weder besitzt sie allzu viel Chakra, noch vermag sie es, allzu lange zu kämpfen. Aus diesem Grund sind ihre Angriffe und Jutsu darauf ausgelegt, den Gegner mit möglichst wenigen Treffern kampfunfähig zu machen – schnell genug ist sie dafür zumindest. Trotz allem macht sie bereits schlapp, wo Andere noch lustig und unermüdlich mit S-Rang Jutsu um sich schmeißen. Ein Zustand, den sie nie erreichen wird. Und das weiß sie auch.

Bild
      Chakra: 6
      Stärke: 3
      Geschwindigkeit: 8
      Ausdauer: 3
      Ninjutsu: 1
      Genjutsu: 8
      Taijutsu: 10

Bild

      [table=width:90%;border:1px solid #808080;][tr=text-align:left;][td=border:1px solid #808080; text-align:center; width: 16%;]10 x Kunai[/td][td=border:1px solid #808080;]Bild[/td][td=border:1px solid #808080;]Kunai gehören zur Standardausrüstung eines Shinobi. Es sind kleine Wurfmesser, die am Ende ihres Griffes über einen kleinen Ring verfügen, an dem man etwas befestigen kann, wie z.B. einen Faden. Man kann auch explodierendes Pergamentpapier oder Ketten darum wickeln, um aus dem Kunai eine fliegende Bombe zu machen. Kunais sind sehr vielfältig, da sie sowohl für den Nah-, als auch für den Fernkampf verwendet werden können.[/td][/tr][/table]
      [table=width:90%;border:1px solid #808080;][tr=text-align:left;][td=border:1px solid #808080; text-align:center; width: 16%;]10 x Shuriken[/td][td=border:1px solid #808080;]Bild[/td][td=border:1px solid #808080;]Die Shuriken gehören zur Standardausrüstung eines jeden Shinobi. Getragen werden sie in einer Tasche, die am Bein befestigt wird. Shuriken sind Wurfgeschosse mit 4 Zacken. Da sie sehr klein sind und nur wenig wiegen kann man auch mehrere auf einmal werfen. Sie werden fast in jeden Kampf verwendet, meist jedoch nur als Ablenkungsmanöver, da sie nicht wirklich viel Schaden anrichten können. [/td][/tr][/table]
      [table=width:90%;border:1px solid #808080;][tr=text-align:left;][td=border:1px solid #808080; text-align:center; width: 16%;]20 Meter Drahtseil[/td][td=border:1px solid #808080;]Bild[/td][td=border:1px solid #808080;]Drahtseile können vielseitig eingesetzt werden und sind multifunktionsfähig. So kann man mit den nötigen Fadentechniken blitzschnell Wurfwaffen an jene binden, mit denen man diese nun kontrollieren kann. Auch ist man mit ihnen dazu in der Lage, seinen Gegner zu fesseln.[/td][/tr][/table]
      [table=width:90%;border:1px solid #808080;][tr=text-align:left;][td=border:1px solid #808080; text-align:center; width: 16%;]3 Schriftrollen[/td][td=border:1px solid #808080;]Bild[/td][td=border:1px solid #808080;]Schriftrollen (Makimono) werden nicht nur dazu verwendet, Nachrichten auf ihnen zu schreiben. Shinobi benutzen sie für verschiedene Zwecke. So kann man mit Hilfe einer Schriftrolle Gegenstände (große Shuriken, Puppen...) in ihnen versiegeln und nach belieben wieder frei lassen.
      Schriftrolle 1: Shinibana; Schriftrolle 2: Sousoukyoku; Schriftrolle 3: Zusammenstellung sämtlicher Shinyuu-Clantechniken, vom Taijutsu bis hin zu den Illusionen.[/td][/tr][/table]
      [table=width:90%;border:1px solid #808080;][tr=text-align:left;][td=border:1px solid #808080; text-align:center; width: 16%;]1 x Bingo Book[/td][td=border:1px solid #808080;]Bild[/td][td=border:1px solid #808080;]Ein Bingobuch ist ein Schriftstück mit einer Auflistung von Personen, die aus unterschiedlichen Gründen gesucht werden, oder auf die ein Kopfgeld ausgesetzt ist. Es wird also von staatlichen Polizieorganisationen genauso verwendet, wie von Räubern und Kopfgeldjägern. Es hat in der Regel die Größe eines Taschenbuches, damit es auch Anbu im Gefecht mitführen können. [/td][/tr][/table]
      [table=width:90%;border:1px solid #808080;][tr=text-align:left;][td=border:1px solid #808080; text-align:center; width: 16%;]3 x Kemuri Dama[/td][td=border:1px solid #808080;]Bild[/td][td=border:1px solid #808080;]Rauchgranaten oder Rauchbomben (Kemuri Dama) werden oft eingesetzt, um eine Flucht vorzubereiten. Im Rauch kann der Shinobi entweder fliehen, oder eine heimtückische Attacke starten. [/td][/tr][/table]
      [table=width:90%;border:1px solid #808080;][tr=text-align:left;][td=border:1px solid #808080; text-align:center; width: 16%;]5 x Kibakufuda[/td][td=border:1px solid #808080;]Bild[/td][td=border:1px solid #808080;]Kibakufuda auch Kibakusatsu (Zeitkartenbombe) oder Briefbombe genannt.
      Ein Stück Papier, das mit einer Feuerbeschwörungsformel beschrieben ist. Mit Jibaku Fuda: Kassei explodiert sie. Es gibt verschiedene Formen von Zeitkartenbomben. [/td][/tr][/table]
      [table=width:90%;border:1px solid #808080;][tr=text-align:left;][td=border:1px solid #808080; text-align:center; width: 16%;]1 x Tasche[/td][td=border:1px solid #808080;]Bild[/td][td=border:1px solid #808080;]In dieser meist nach hinten versetzten Tasche können Kunais, Shuriken oder sonstige Ausrüstungsgegenstände verstaut werden. Ninjas verstauen oft ihr Essen oder ihre Schriftrollen darin. Anbu-Ninjas oder andere Spezial-Ninjas haben manchmal gleich mehrere Taschen. [/td][/tr][/table]
      [table=width:90%;border:1px solid #808080;][tr=text-align:left;][td=border:1px solid #808080; text-align:center; width: 16%;]1 x Shurikentasche[/td][td=border:1px solid #808080;]Bild[/td][td=border:1px solid #808080;]In dieser länglichen Tasche können sowohl Kunai, als auch Shuriken für den schnellen Einsatz in einem Kampf verstaut werden. Diese Tasche wird meist über dem Oberschenkel getragen und ist dadurch leichter zu erreichen, als die Tasche mit größerem Volumen, die einige Ninja zusätzlich tragen. [/td][/tr][/table]


      Shinjukou [„Pearl Iridescence“]
      Diese Kette, die Hinoe von ihrem langjährigen Sensei Iori vermacht bekam, ist neben ihren Schwertern eines ihrer wertvollsten und liebsten Besitztümer. Shinjukou, dessen klangvoller Name so viel wie „Perlenschimmern“ bedeutet, ist eine Kette, die aus chakraversetztem Glas, Metall und Perlmutt besteht. Die gläserne Kugel, die den Kern des Schmuckstücks bildet, wird von einer dünnen Silberspirale umgeben, die am tiefsten Punkt in eine Art stilisiertes Flügelpaar übergeht.
      Was auf den ersten Blick wie eine handelsübliche Zierde wirkt, symbolisiert gewissermaßen jedoch die Geschichte ihres Clans und die Philosophie, die hinter ihrem Schwertkampf steckt. Die Kugel besteht in Wirklichkeit aus vielen, kleineren und doch unterschiedlich großen Flächen, die zusammen den Körper ausbilden. Jede Einzelne ist besonders bearbeitet, was jedoch erst ersichtlich wird, wenn man Shinjukou ins Licht hält. In vielen Bildern und Kanji werden nun die fünf Prinzipien sichtbar, sobald die reflektierten Strahlen auf die nächste geeignete Fläche treffen. Die Spirale trennt die einzelnen Gruppen voneinander und verleiht dem Wiederschein so eine klare Linie. An sich nichts als eine gewöhnliche Lichtspiegelung, in ihrer Position, eigens von Iori für seine Schülerin gemacht worden zu sein, jedoch ein Geschenk, wie es schöner kaum sein könnte.
      Eine weitere Eigenheit, die Hinoe selbst allerdings noch nicht entdeckte, ist die Möglichkeit, Chakra in das Glas zu leiten. Dann verformt sich das spezielle Glas für wenige Sekunden und zeigt beim Aufeinandertreffen mit Licht ein anderes, viel klareres Bild, das noch dazu eine ganz besondere Botschaft enthält. Es ist fraglich, ob die Shinyuu jemals hinter das wahre Geheimnis dieses Schmucks kommen wird, das allerdings auch ohne diese Eigenschaft kaum origineller sein könnte.

      Botschaft:
      Kono machi ni furitsumotteku
      Masshiro na yuki no hana
      Futari no mune ni sotto omoide wo egaku yo
      Kore kara mo kimi to zutto –
      Hitotsu no Kagayaki

      Übersetzung:
      The pure white snow flowers
      Bury this town
      Softly drawing memories in our hearts
      Together forever with you –
      A single Brilliance

      Bild

      Name: Shijunshikou [Utmost Purity]
      Bild: Klick
      Gewicht: 800 g
      Art: Schirm
      Länge: Gesamtlänge: 1,45 m; Schirmradius: 1,35 m
      Material: Obwohl das Grundgerüst der Waffe aus Bambus besteht, ist sie mit einer feuerfesten, überaus robusten und chakraabweisenden Metalllegierung überzogen, die sie nahezu unzerstörbar macht. Dadurch behält Shijunshikou sein geringes Gewicht und unauffälliges Äueres bei und wird zur perfekten Waffe für körperlich schwächere Personen.
      Besonderheit: Normal wirkt dieser so gewöhnlich scheinende Bambusschirm auch nur auf den ersten Blick. Wo er zusammengefaltet als uneleganter Prügel verwendet werden kann, ist er aufgeklappt als Fernkampfwaffe, wie auch zu Verteidigungszwecken gleichermaßen dienlich. Katon- und Fuutonjutsu können bis zum B-Rang von dem chakraabweisenden Schirm abgewehrt werden, wenn dieser schnell genug gedreht wird.

      Selbsterfunden
      Name: Senkaiundou (Gyrating Movement)
      Jutsuart: Taijutsu
      Rang: B-Rang
      Element: -
      Reichweite: nah
      Chakraverbrauch: mittel
      Voraussetzung: Chakra 6, Geschwindigkeit 6
      Beschreibung: Indem man sein Chakra in den Schirm leitet und ihn in Hochgeschwindigkeit dreht, erschafft das chakraabweisende Material durch die Rotation eine Art ‚Schild’, das dazu in der Lage ist, Katon- und Fuutonninjutsu bis zum B-Rang abzuwehren.

      Name: Shinibana (Blooming Flower; Glorious Death)
      Bild: Klick
      Gewicht: Klinge: 900g; Saya: 300g
      Art: Schwert | Katana
      Länge: Gesamtlänge: 1,06m; Tsuka: 0,26m
      Material: 10.000fach gefalteter, chakraleitender Kohlenstoffstahl
      Besonderheit: Die einzige auffällige Besonderheit des Schwertes ist seine Herkunft. Hinoe hat es selbst geschmiedet. Desweiteren bildet es mit Sousoukyoku ein Schwerterpaar und ist dadurch für den beidhändigen Klingenkampf geeignet. Bemerkenswert sind die ausgezeichnete Schärfe und die herausragende Schmiedekunst, die Shinibana nahezu unzerstörbar machen.

      Name: Sousoukyoku (Funeral March)
      Bild: Klick
      Gewicht: Klinge: 750g; Saya: 300g
      Art: Schwert | Wakizashi
      Länge: Gesamtlänge: 0,75m; Tsuka: 0,22m
      Material: 10.000fach gefalteter, chakraleitender Kohlenstoffstahl
      Besonderheit: Die einzige auffällige Besonderheit des Schwertes ist seine Herkunft. Hinoe hat es selbst geschmiedet. Desweiteren bildet es mit Shinibana ein Schwerterpaar und ist dadurch für den beidhändigen Klingenkampf geeignet. Bemerkenswert sind die ausgezeichnete Schärfe und die herausragende Schmiedekunst, die Sousoukyoku nahezu unzerstörbar machen.

Bild

      Familie:
      Shinyuu Fuyou
      Alter: 31 Jahre †
      Beruf: Hausfrau
      Verwandschaftsgrad: Mutter
      Status: Verstorben
      Manami war zu Lebzeiten eine sehr schöne, dennoch aber sehr kranke Frau. Meist begegnete man ihr hustend, was sie stets mit sichtlichem Unbehagen erfüllte.

      Shinyuu Shou
      Alter: 40 Jahre †
      Beruf: [Jounin]
      Verwandschaftsgrad: Vater
      Status: Verstorben
      Obwohl er als Ninja glänzte, versagte er schon früh als Vater. Seine Psychose machte ihn zu einem seelischen Wrack, das den Verlust der Geliebten nie verkraftet hat.

      Shinyuu Shinise
      Alter: 62 Jahre
      Beruf: Jounin | Schmied
      Verwandschaftsgrad: Onkel
      Status: Lebendig
      Hinoes geliebter und strenger Onkel mit einem Hang zur Selbstironie und derben Witzen.

      Shinyuu Tomoko
      Alter: 55 Jahre
      Beruf: Floristin
      Verwandschaftsgrad: Tante
      Status: Lebendig
      Die Gattin Shinises. Übernahm die Erziehung Hinoes, als ihrer Mutter dieser Dienst verwehrt wurde.

      Wichtige Daten:
      Chapter I
      • 0 Jahre – Geburt Hinoes
      • 4 Jahre – Tod der Mutter
      • 6 Jahre – Einweisung des Vaters in ein Sanatorium

      Chapter II
      • 7 Jahre – Umzug nach Kiri, Eintritt in die Akademie, Inobhutnahme eines Veteranen
      • 10 Jahre – Tod des Vaters
      • 10 ½ Jahre – Beginn des Schwertkampftrainings
      • 13 Jahre – Bestehen der GeNin-Prüfung

      Chapter III
      • 13 Jahre – Umzug und Training unter Iori
      • 13 ½ Jahre – Erste Erfolge und Missionen mit einem Team
      • 15 Jahre – Erste Beschäftigung mit Genjutsu

      Chapter IV
      • 15 Jahre – Erfolgreiches Absolvieren der ChuuNin-Prüfung

      Chapter V
      • 17 Jahre – Ein Abschied

      Chapter VI
      • 18 Jahre – Ernennung zur JouNin

      Ziel:
      Als klassische Shinyuu hat Hinoe in ihrer Schwertkunst ein übergeordnetes Ziel: Sie will eines der Kata perfektionieren. Und möglicherweise, weil es der Stil war, den Iori stets seinen Liebling nannte, ist es das Hokkou no Kata mit all seinen Techniken, dem sie ihre Konzentration widmet. Ein weiteres, wenn auch stummes, verborgenes Ziel ist die Suche nach einem gewissen Mann. Unter welchen Umständen auch immer sie sich begegnen werden; die junge Frau weiß, dass es irgendwann dazu kommen wird. Und es dann an ihr ist, ihr Schicksal, ihre Bestimmung zu erfüllen. Nach welchen Masgaben auch immer das Shukuen diese beeinflusst.

      Schreibprobe:
      Ein gelangweilter Blick glitt über die Szenerie. Zwei Genin prügelten aufeinander ein und was für Hinoe wie stümperhaftes Rumgeboxe anmutete, sollte wohl eine Art Trainingskampf sein. Seufzend lehnte sie sich auf der Bank zurück, die Arme auf der Lehne ausgestreckt. Kein junger Mann in Sicht, der ihr die Zeit hätte versüßen können. Was für ein trostloser Tag.
      Ihr abwesender Blick glitt gen Himmel, der an diesem Tag, bloß wolkenverhangen, noch keine Träne vergossen hatte. Was woll ihre Familie gerade machte? Während ihre Gedanken abdrifteten, stahl sich ein Sonnenstrahl durch die dichte, graue Decke und wirkte, als würde er die Shinyuu persönlich beleuchten. Mit einem seltenen Lächeln auf den Lippen schlossen sich ihre schlanken Finger um den Schmuck, der ihren Hals zierte und hoben ihn an, so dass er seine volle Schönheit entfalten konnte. Schimmernd ließ sie die Bilder auf ihre Hand reflektieren, eine leichte Drehbewegung schuf eine Art Kino, was sie mit sichtlichem Wohlgefallen betrachtete. Die Genin derweil hatten ihren Kampf aufgegeben und näherten sich nun – vermeintlich ungesehen – der blauhaarigen Jounin. „Guck dir mal das Schwert an .. Meinst du die merkt das, wenn wir es uns ausborgen und ein bisschen üben?“ Sein Kumpane winkte ab. „Achwas. Die ist viel zu abgelenkt. Los jetzt!” Sich gegenseitig schubsend näherten sich die Jugendlichen der Bank, auf der die Kunoichi das Näherkommen bereits bemerkt hatte, bevor sie sich überhaupt in Bewegung gesetzt hatten. Wie blöd musste man eigentlich sein?
      Kaum, dass sie es sich versahen, war die Shinyuu verschwunden. Verwirrte Blicke wurden ausgetauscht, ratlose Gesten untermalten ihre Unsicherheit. „Hat die uns bemerkt?“ Eine Antwort erhielt der Junge nicht. Beide würden spüren, wie sich der eiserne Griff zweier Hände um jeweils einen Kopf legte und sich eine tiefe, bedrohliche Stimme hinter ihnen erhob. „Die ist zufälligerweise Jounin dieses Dorfes. Und die verspricht euch, dass sie das nächste Mal persönlich dafür sorgen wird, dass ihr auf die Akademie zurückgeschickt werden, wenn ihr noch einmal versucht, jemandem sein Schwert abzunehmen.“ Zitternd bebten die angehenden Shinobi vor Hinoe, die plötzlich so gar nicht mehr wie eine geistig abwesende Passantin schien. „Süße Träume ihr zwei.“ Kopfnüsse waren unangenehm, vor allem, wenn eine Taijutsuka es war, die einem die Schädel aneinanderprallte. Sie würden keine Verletzungen davon tragen. Jedoch von dem Stoß genug betroffen sein, als dass sie eine Weile außer Gefecht waren.
      Summend tänzelte Hinoe von dannen, die plötzlich bester Laune zu sein schien. „Jetzt hab ich erst recht Lust auf eine Portion Dango~“ In dem Moment, in dem sie hinter der hölzernen Fassade des Geschäfts verschwunden war, fing es an, zu regnen.

      Regeln gelesen?: H8
      Account: Erstaccount [EA][/align]

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: So 18. Jul 2010, 19:47
von Hinoe
Bild
~

CHAPTER I – „Hyakkaryouran”

Ich seh dich dort jetzt
Die Knie unters Kinn gepresst
So weich und verletzt
Weil du dich nicht berühren lässt

So einfach und leicht
Hat man dir zu oft weh getan
Ich hab dich erreicht
Nun bist du hier und schaust mich an

So viele Dinge sind
Dir jetzt noch unverständlich
Noch bist du taub und blind
Doch du wirst sehen, endlich

Hab keine Angst vorm schwarzen Mann
Sieh, wie das Dunkel strahlen kann
Kriech aus dem Schatten in mein Licht
Komm, lass dich geh’n, sonst komme ich

Dich holen.

~


[align=justify]Geburten können spektakulär sein. In ihrer Dramatik so hervorstechend besonders, dass schon die frühesten, bewussten Atemzüge einen Ausblick auf das Leben des Neugeborenen bieten können. Manche glauben sogar, dass der erste Augenaufschlag eines jeden Menschen maßgeblich prägend für sein Fortleben ist. Was er in diesem Moment sieht, was er fühlt, was er hört – all das hat Auswirkungen auf seine Persönlichkeit, sein Handeln und seine geistige, sowie seelische Entwicklung.
Die Shinyuu sind davon überzeugt, dass das Schicksal über sie wacht. Das Shukuen ihre Taten lenkt und diese nichts mit einer Kerze zu tun haben, die zufällig auf dem Nachttisch des Kindes brannte, als es das Licht der Welt erblickte. Trotzdem erzählen sie gerne Geschichten. Von den Kriegern, die von Geburt an dazu bestimmt waren, etwas Besonderes zu sein und auf der Welt eine Bestimmung zu erfüllen hatten. Dass in einer lauen Winternacht mit der Geburt eines zu dieser Zeit winzigen Geschöpfes auch der Beginn einer neuen Ära innerhalb des Clans gleichzusetzen sein sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt jedoch noch niemand ahnen. Nicht einmal Emmadaiou, der, wie man sagt, die Geburten selbst überwachen und mit seiner allumfassenden Macht schützen soll ..

Als ein befreiender Schrei durch die Gänge des Clananwesens hallte, wusste jeder bescheid. Manch einer lächelte erleichtert, einige begannen aufgeregt zu tuscheln und Shou, seines Zeichens frischgebackener Vater, begann aufgeregt auf und ab zu laufen. Dreiundzwanzig Stunden lang wartete er nun schon vor dem Krankenzimmer darauf, seine geliebte Fuyou wieder in die Arme schließen zu dürfen. Seine wunderschöne Lotusblüte, die er mehr vergötterte, als alles Andere auf dieser Welt. Der Gedanke, bald für ein Kind sorgen zu müssen, behagte ihm nicht. Zugegeben; es war immer sein Wunsch gewesen, irgendwann eine Familie zu gründen und das Erbe der Shinyuu an die nächste Generation weiterzugeben. Aber was, wenn er alles falsch machte? Was, wenn sich herausstellte, dass er als Vater ein völliger Versager war? Zähneknirschend beschleunigte er seinen Schritt und rannte dabei schnurgerade in den nächstbesten Arzt, der allein wegen der Geburt seines Kindes von Kiri angereits war und nun perplex inne hielt. „Da sind Sie ja endlich! Wo bleiben Sie denn? Ihre Frau wartet bereits.“ Shou hatte keine Zeit, irgendetwas zu erwidern, als der professionell wirkende Mann ihn bereits in Richtung des Zimmers schleifte, in dem seine Liebste gebettet sein musste – völlig erschöpft und ein zartes, geradezu göttlich zauberhaftes Wesen in den schlanken, kraftlosen Armen wiegend.
Shou ..“ Schwach hob sie den Kopf, was das Kind dazu veranlasste, leise zu quäken. „Liebling, ich ..“ Shou lächelte verständnisvoll und näherte sich seiner Gattin mit langsamen, kleinen Schritten. Seine Hand legte sich auf ihre Schulter und mit interessiertem, zärtlichem Blick betrachtete er sie und das winzige Knäuel, das sie hielt, als müsse sie es vor all dem Bösen in dieser Welt schützen. „Schau sie dir an, unsere kleine Schönheit. Ist sie nicht wunderbar?“ Eine „Sie“ also. Der Shinobi ließ sich nichts anmerken, war professionell genug, die Freude seiner Gattin zu teilen und unendliches Glück vorzugaukeln. Doch insgeheim, irgendetwas in seinem Inneren, war enttäuscht. Shou hatte sich einen Sohn gewünscht. Jemanden, den er lehren, erziehen und in ihre Kunst einführen konnte. Was sollte er mit einem Mädchen? Einem schwächlichen kleinen Ding, das kaum einen Stab würde halten können? Der Mann strafte sich innerlich für diese furchtbaren Gedanken. Doch die Ernüchterung und Frustration hallte in seinem Inneren wieder und wollte sich nicht verbannen lassen, egal, wie sehr er sich bemühte. „Wir haben wirklich Glück, meine Lotusblüte. Das Shukuen muss es gut mit uns meinen.“ Bei jedem Wort krampfte sich sein Herz mehr zusammen, die Lüge legte sich mit eisernem Griff um seinen Hals. Fuyou merkte von alldem nichts, als ihre Lieder schwer über ihre Augen sanken und Emmadaious Bruder sie in seinem Reich willkommen hieß. Shou in seiner Verzweiflung zurücklassend, die ihn, wie er schon jetzt wusste, irgendwann den Verstand kosten würde. Mit zittrigen Fingern streichelte er über den Kopf seiner Geliebten, unfähig, sich gegen die Dämonen in seiner Seele zu wehren. Kein guter Start in ein doch so vielversprechendes Leben – von dem das Neugeborene, das selig schlummernd in den Armen seiner Mutter, erschöpft von den Strapazen der Geburt, eingeschlafen war, glücklicherweise noch lange nichts ahnte.

Die ersten Lebensjahre des Mädchens verliefen relativ unspektakulär. Nachdem man der kleinen Prinzessin, für die rasch ein passender Name gefunden worden war, ein rituelles Gebet gewidmet hatte, hieß man sie ohne Umschweife in der Gemeinschaft willkommen. Hinoe wurde bald für ihre ungewöhnliche Haar- und Augenfarbe bekannt, die rege Faszination innerhalb ihrer Verwandten auslöste. Obgleich sie schon damals nicht der kontaktfreudigste Mensch war, strahlte sie eine Sanftheit und kindliche Freude aus, die ihre Familie dazu veranlasste, sie sogleich ins Herz zu schließen. So unbekümmert sie selbst heranwuchs – ihre Eltern waren es nicht, die ihre Erziehung verantworteten. Die Krankheit ihrer Mutter, die einsetzte, kaum dass das Mädchen ein Jahr alt war, hinderte Shou und Fuyou daran, ihren Pflichten so nachzugehen, wie es nötig gewesen wäre. Früh schottete man so das Kind von ihnen ab und sorgte dafür, dass es stattdessen innerhalb des Clananwesens in Kontakt mit Gleichaltrigen kam. Ihre Tante kümmerte sich rührend um Hinoe und sorgte dafür, dass gerade ihr „Erzeuger“ keine weitere Verbindung zu ihr hatte. Denn sie kannte ihren Bruder und sah die Verachtung, mit der er seine eigene Tochter betrachtete. Je mehr er anfing, ihr die Schuld für die Krankheit seiner Gattin zu geben, desto stärker wurde auch der Selbsthass. Niemand bemerkte die schon damals einsetzende Psychose, die nur dann hätte irgendwie eingedämmt werden können, wenn man sie rechtzeitig erkannt hätte.
Doch die junge Shinyuu vermisste nichts. Sie hatte Spielzeug, Freunde und Freizeit und genoss die seltenen Stunden mit ihrer Mutter, die ihr jedoch nicht mehr bedeutete, als es eine geliebte Puppe getan hätte. Fuyou starb an ihrer Krankheit, als Hinoe kaum vier Jahre alt war und hinterließ in ihrem Mann ein Trümmerfeld ohnegleichen. Seine Tochter hingegen verstand gar nicht so recht, was vor sich ging, weinte ob des Verlusts der Mutter, vergaß aber auch schnell, dass all das geschehen war. Manch einer mochte das pervers und unnatürlich nennen, doch man hatte ihr schließlich nie überhaupt die Möglichkeit gegeben, eine richtige Beziehung zu Fuyou aufzubauen. Ihre Tante war ihr in dieser Hinsicht näher als jeder Andere, weswegen es nicht ungewöhnlich scheinen sollte, dass sie irgendwann damit begonnen hatte, sie ihre „Ka-san“ zu rufen.

Das Kind lernte schnell. Ob es einfachste mathematische Grundzüge, das Lesen oder sonstige analytische Aspekte waren – früh stellte man fest, dass sie anders war als die meisten Gleichaltrigen. Ihr Wesen war nicht das einer Fünfjährigen und wenn man mit ihr sprach, spürte man, dass ihre Intelligenz von beachtlichem Ausmaß war. Doch mehr noch. Wann immer sie die Krieger ihres Clans beim Trainieren beobachtete oder zusah, wie die Schmiede ihre Arbeit verrichteten, zeigte sie eine Art der Faszination, wie man sie nicht von einem Mädchen erwartete. Im Gegenteil; sie schien regelrecht angetan von diesen „männlichen“ Metiers, was viele mit Missbilligung straften. Besser für eine Frau, wenn sie ihr Leben Enou widmete; was hatte ein weibliches Wesen schon mit dem Schwertkampf am Hut?
Doch egal, wie sehr sich ihre Verwandten und insbesondere ihre Tante darum bemühten, ihr den Wunsch, Kunoich zu werden, auszutreiben; je mehr sie damit in Kontakt kam und je größer die Menge an Informationen wurde, die sie zu dieser Profession sammelte, desto stärker wurde ihr Wille.
Sie wurde älter. Immer mehr ihrer Cousins und Freunde verabschiedeten sich vom Gewohnten und ließen sich auf ein Leben in Kiri bei einem der dort lebenden Verwandten ein. Hinoe sehnte sich nach der Ferne, nach Neuem. So sehr sie das Clan-Anwesen auch liebte, ihr fehlte der Anspruch, den sie sich von dem Shinobi-Dorf erhoffte. Sie wollte endlich lernen, mit ihrem Körper umzugehen, herausfinden, was das Geheimnis war, das ihr Clan so sehr zu bewahren und schützen versuchte. Ihr Ziel war es, nicht nur all das nachzuvollziehen und zu verstehen, sondern im gleichen Maße, all ihren Vorgängern nachzueifern und es ihnen gleichzutun. Ein absurder Gedanke, wenn man beachtete, dass kein Mädchen vor ihr je so weit gegangen war, diesen Schritt zu wagen. Die Shinyuu waren eine traditionelle Gemeinschaft, die in einigen Aspekten noch sehr konservative Ansichten vertrat. Und so überraschte es den Clan nicht nur, als Hinoe ihre Entscheidung vor versammelter Gemeinschaft kundtat. Ihre Worte waren gar dazu in der Lage, in einem jeden Shinyuu tiefe Eindrücke und weitreichende Spuren zu hinterlassen. Erinnerungen, die noch lange in ihnen allen verankert bleiben sollten.

Ka-an, Ka-san?“ Tomoko hob den Kopf und war sichtlich verwundert darüber, dass ihre Nichte sie beim gemeinsamen Tischgebet störte. Jeder Shinyuu hatte seine eigene Art, zu Enou und dem Shukuen zu sprechen und untereinander war es Pflicht, verschiedene Riten und Bräuche zu akzeptieren und unterstützen. Und eine Maxime hatten sie alle gemein: man unterließ es, Andere beim Gebet zu unterbrechen. „Was ist denn los, Hi-chan? Geht es dir nicht gut?“ Besorgt betrachtete sie das kleine Mädchen, das sie mit hochrotem Kopf fixierte. Die kleinen, verschwitzten Hände waren zu Fäustchen geballt, die sie eifrig vor ihren Oberkörper hielt. „Ich muss was sagen. Allen.“ Mehr und mehr der Anwesenden beendeten ihr Gebet und Tomokos unsicherer Blick glitt über die Menge. „Was möchtest du denn sagen, Liebling? Ist alles okay?“ Hinoe biss sich auf die Unterlippe und schüttelte energisch den Kopf. „Das kann ich dir nicht sagen, Ka-san. Das müssen alle hören. Sie müssen, ich muss. Kannst du bitte ..?“ Skeptisch fixierte die Ältere das Kind und schüttelte seufzend das von feuerrotem Haar umrahmte Haupt. „Wenn du meinst.“ Mittlerweile hatten sich alle wieder ihren Gesprächen gewidmet und es würde nicht mehr lange dauern, bis das gemeinsame, traditionelle Essen beginnen sollte. Die Frau seufzte, hob ihre ‚Tochter’ auf den hölzernen Stuhl und erhob sich räuspernd. Stille kehrte bald ein und nach einigen Sekunden lag die Aufmerksamkeit aller auf ihr und dem kleinen Mädchen. Sie nickte Hinoe zu und setzte sich wieder. Was auch immer sie vor hatte – das war jetzt ihre Sache. Und gleich aller Notwendigkeit von Erziehung, hielt Tomoko es für wichtig, das Kind auch machen zu lassen. Wenn sie sich vor versammelter Gemeinschaft blamieren wollte, dann war das eine Entscheidung, die das Shukuen zu treffen hatte. Nicht sie.
Ano .. Konban wa!“ begann Hinoe mit hoher, fast piepsiger Stimme, als sie spürte, wie sich ein dicker, fetter Kloß in ihrem Hals bildete und nicht einmal mehr herunterschlucken lassen wollte. Sie räusperte sich und fasste wieder Mut. „Ich hab’ euch was zu sagen.“ Einige lachten, wurden jedoch von denen, die eine engere Beziehung zu der Halbwaise hatten, gemaßregelt. Sogar ihr Vater, den sie allenfalls einmal im Monat sah, verzog keine Miene und betrachtete sie nur mit apathisch abwesendem Blick. So, wie er ihn schon seit Monaten in jeder erdenklichen Situation zeigte. „Ich .. habe eine Entscheidung getroffen. Und auch, wenn ich weiß, dass ihr da alle dagegen sein werdet, sag ich lieber gleich: Ich muss das einfach tun. Ich spüre, dass es das Richtige ist. Und deswegen bitte ich euch, mich ernst zu nehmen.“ Ihr Blick war so ernst, ihre Haltung plötzlich doch so erwachsen, dass niemand es wagte, dem zu widersprechen. Alle hörten zu. Auch wenn manch einer sich im Angesicht dieser Siebenjährigen doch ein wenig seltsam fühlte. „Ich .. will nach Kiri gehen. Und Kunoichi werden.“ Ensetzen und Überraschung spiegelte sich in den Gesichtern der Shinyuu wieder, die sich fassungslos betrachteten. Sie tuschelten, tippten sich teilweise an den Kopf. Tomoko zupfte der kleinen ungerührt am Rockzipfel und bedachte sie mit einem Blick, der zu fragen schien, was um Himmels Willen in sie gefahren war .. doch Hinoe ließ sich von alle dem nicht beirren und sprach tapfer weiter.
Ich weiß genau so viel, wie jeder Junge, der auf die Akademie gegangen ist. Mindestens, bei all den Büchern, die ich gelesen habe. Ich habe euch allen so oft beim Trainieren zugesehen, dass ich mittlerweile sogar ganz viele Techniken beim Namen kenne. Jeder andere Clan schickt weibliche Mitglieder auf die Akademie, viele große Shinobi sind mittlerweile Frauen. Was also spricht für uns Shinyuu dagegen, diese Entwicklung warzunehmen – und ihr zu folgen?“ Erwachsene Worte, gesprochen aus dem Mund eines Mädchens, das sich auf diesem großen Stuhl vor den ganzen Leuten immer kleiner fühlte. Tekketsu, seines Zeichens Oberhaupt, erhob sich räuspernd und betrachtete seinen Clan sowie seine Nichte mit sichtlicher Irritation. Aber auch Zuneigung. „Nun, es gibt kein Gesetz, das vorschreibt, dass ... Mädchen, so absurd das auch ist, keine Shinobi werden durfen, das ist soweit korrekt.“ Er lachte heißer, so bizarr erschien ihm die Idee. „Aber, junge Dame .. bist du dir denn sicher, dass du das auch willst? Nur, weil du niedlicher bist und Kleidchen trägst, heißt das noch lange nicht, dass man dich mit Samthandschuhen anfassen wird. Dein Training wäre genau so hart wie das eines jeden Anderen. Im Gegenteil – um deine körperlichen Defizite“ Er sprach diese Wort mit soviel Abfälligkeit aus, dass viele der weiblichen Anwesenden zusammenzuckten. „auszugleichen, müsstest du mehr an dir arbeiten als jeder Andere. Glaubst du allen Ernstes, dass du dem gewachsen bist?“ Hinoe starrte ihren Onkel an. In ihren Augen lag der Wille einer Person, die es wirklich ernst mit etwas meinte. Vielleicht auch eine Spur kindlichen Trotzes .. „Ja, Tekketsu-sama. Das weiß ich.“ Das Oberhaupt senkte seinen Kopf, schüttelte ihn leicht und richtete sich dann aber wieder zu der eindrucksvollen Gestalt auf, die er verkörperte. „Dann soll es so sein. Du hast einen Abend Zeit, die Sachen zu packen, die du mitnehmen willst. Alles, was ich für überflüssig erachte, wird hier bleiben. Morgen früh reist du ab. Vor dem Frühstück, mit unseren Schmieden, wenn sie in das Dorf gehen um dort ihre Waren zu verkaufen. Im Namen des ganzen Clans wünsche ich dir, wie jedem angehenden Ninja, alles Gute. Aber jetzt geh. Du hast einen harten Tag vor dir, nicht wahr?“ Seine Worte mochten hart wirken, doch sein Innerstes war es nicht. Er hoffte wirklich aus tiefstem Herzen, dass Hinoe es gut machen würde. Aber wirklich daran glauben tat er nicht. Viel zu fest war das konservative Denken in ihm, wie in allen Shinyuu verankert, als dass er etwas Anderes als ihr Scheitern in Erwägung ziehen konnte. „Hai.“ Lautete ihre knappe Bestätigung, mit der sie elegant vom Stuhl hüpfen und sich von ihrer Familie verabschieden sollte. Etwas in ihr verspürte mit einem Mal Furcht. Doch diese schien geradezu nichtig im Vergleich zu dem Stolz und der Vorfreude, die sie insgeheim empfand.
Zwei Tage später wurde ihr Vater ins Sanatorium eingeliefert.[/align]

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: So 18. Jul 2010, 20:00
von Hinoe
CHAPTER II – „Rinnetenshou”

Ich stürze in den Spiegel aus Licht
Die Dunkelheit behagt mir nicht
Ich breche das Glas. So kalt es knistert
Wie es mir leise Worte zuflüstert
Und Splitter aus Erinnerungen
Die einst tief in mein Herz gedrungen
Und nur noch glimmten ach so schwach
Werden plötzlich wieder wach

~


[align=justify]Mit nicht mehr als einem Beutel voll Klamotten und ihrem Lieblingskuscheltier zog Hinoe los. Die Begegnung mit ihrem neuen Vormund sollte eine überraschende werden, war der ältere Mann, der das junge Mädchen empfing, doch kein geringerer als der Ehegatte Tomokos und damit ihr Onkel. Nichtsdestotrotz versprach auch er ihr sogleich, sie nicht anders als jeden männlichen Schüler zu behandeln. Er würde keine Rücksicht auf ihr Geschlecht nehmen und wenn er in ihr Zimmer kam, wenn sie sich gerade umzog, musste sie das genauso in Kauf nehmen wie den Verzicht auf regelmäßige Friseurbesuche und mädchenhafte Klamotten. Doch das Kind, das endlich seinen sehnlichsten Traum erfüllt sah, stellte sich alledem gerne. Die ersten Tage in Kiri, die man ihr noch zur Eingewöhnung gewährte, waren prägend und zeigten ihr die Möglichkeiten auf, die sie in dieser Stadt haben würde. Die Akademie lag unweit der Wohnung, die sie nun ihr zu Hause nennen durfte und in ihren Erkundungszügen durch den Ort kam sie desöfteren an der Ninjaschule vorbei, um unauffällige Blicke auf den Pausenhof zu erhaschen. Der erste Tag rückte näher und als Shinise ihr eines Morgens unbarmherzig die Decke vom Leib riss, wusste Hinoe, dass es nun endlich soweit war: Sie würde Kunoichi werden!

Das Trappeln unruhiger Schritte, Gebrüll und aufgeregtes Gemurmel tönte aus dem Klassenzimmer, das man der kleinen Shinyuu zugewiesen hatte. Sie war die Enzige ihres Clans in diesem Jahrgang, was nicht weiter überraschend sein sollte, nachdem ihre beiden Cousins und ein anderer, ihr nicht bekannter Shinyuu, zu dem sie keine Verwandschaft vorweisen konnte, mindestens eine Klasse höher waren. Ihre Nervosität erreichte ein ungeahntes Maß und obwohl sie geradezu Angst vor ihren Mitschülern hatte, wusste sie, dass sie das richtige getan hatte. Noch gewährte Shinise ihr die Zeit, sich einzugewöhnen .. doch bald würde ihr Training beginnen. Und damit einen ganz neuen Aspekt in dem noch jungen Leben der Siebenjährigen einläuten.
Guten Morgen junge Dame. Schon aufgeregt?“ Ein Sensei, jung, charmant und mit non-chalantem Lächeln begrüßte sie vor dem Klassenzimmer und legte ihr väterlich die Hände auf die Schultern. „Ich bin Kyori-sensei, liebe Hinoe. Hab keine Angst, dir wird es hier sicher gefallen. Shin-kun hat bereits mit mir geredet. Also: weg mit den Sorgen und lass die Sonne in dein Herz~! Kyori-sensei wird sich bestens um dich kümmern. Großes Shinobi-Ehrenwort~.“ Noch während das Kind sich fragte, wie viel Wert auf das Wort eines ausgebildeten Attentäters zu legen war, öffnete er die Tür und schob sie in das Klassenzimmer, was die Anwesenden augenblicklich verstummen ließ. Sie spürte förmlich, wie die Blicke aller auf ihr lagen .. ein äußerst unangenehmes Gefühl. Man begann zu flüstern. „Meine Herren, meine Damen .. Ich habe euch jemanden vorzustellen!“ Der Lehrer warf sein langes, rosafarbenes Haar – Hinoe bemerkte es erst jetzt mit verborgenem Entsetzen – in den Nacken und grinste seine Klasse breit an. „Diese wunderhübsche junge Frau ist Hinoe. Sie wird ab heute mit euch lernen. Seid lieb zu ihr.“ Er zwinkerte den Sitzreihen zu und tätschelte die Schulter der Blauhaarigen, sie dazu auffordernd, sich ein wenig vorzustellen.
M-mein voller Name ist Shinyuu Hinoe, ich bin sieben Jahre alt und .. komme aus Kangetsu.“ Sie verbeugte sich mehrmals, ehe sie sich auf einen noch freien Platz in der zweiten Reihe setzte, wo ein Junge mit einer Art Schwimmbrille sie verdutzt ansah. „D-die hat ja blaue Haare! Wie ne Meerjungfrau!“ rief er plötzlich und alles brach in schallendem Gelächter aus. Die Shinyuu war sichtlich irritiert und versteckte sich in ihrer Frisur, darauf bedacht, niemanden direkt anzusehen. Eine dieser Meerjungfrauen mit Affenmaul und Fischzähnen? War sie wirklich so hässlich?
Hinoe versank in ihren Gedanken und tat sich auch den Rest des Tages schwer, irgendeine positive Basis mit ihren zukünftigen Klassenkameraden zu finden. Das konnte ja was werden .. ganz so hatte sie sich das Akademieleben dann doch nicht vorgestellt. Verdammter erster Tag. Verdammte blaue Haare. Verdammter Schwimmbrillen-kun.

Ganz im Gegensatz zu ihrem ersten Akademietag war es das Training, das sie vom ersten Augenblick an in rege Begeisterung versetzte und an das Hinoe sich geradezu krallte. Obwohl Shinise seine Versprechungen wahr machte und sie sich bereits nach den ersten zwei Tagen intensiver Ausdauer- und Kraftleistung an ihren Grenzen angelangt fühlte, zeigte sie den Willen, weiter zu machen. Ihr Tagesablauf sollte der eines jeden angehenden Kriegers, eines Taijutsukas sein. Bevor sie auch nur daran denken durfte, ein Schwert anzufassen, musste sie ihren schwachen, schmalen Körper auf Vordermann bringen – und das wenn nötig auch über Zerrungen, Verspannungen und Zusammenbrüche geistiger Art. Ihr neuer Sensei intensivierte ihre Übungen schnell und zeigte kein Erbarmen, wenn es um ihren Fortschritt ging. Hinoe lernte einfachste Angriffe, bekam beigebracht, wie man schlug, wie man zutrat, wie man blockte. Wie man auswich und wie man sich richtig fallen ließ. Alles Dinge, die einen Taijutsuka nur schmunzeln ließen, doch für das Mädchen völlig neu waren. Die Zahl der Erfolgsmomente blieb knapp bemessen und nicht selten fühlte Hinoe, dass sie es nur der Stärke und Widerstandhaftigkeit ihres Geistes zu verdanken hatte, dass sie nicht längst mit dem Gedanken spielte, aufzugeben. Und genau das sollte auch eine Eigenschaft bleiben, die sie sich für immer beibehielt.

Trotz der Unbarmherzigkeit, mit der Shinise trainierte, vielleicht auch gerade deswegen, entwickelte die junge Frau sich sprunghaft. Ninjutsu und Genjutsu interessierten sie allenfalls auf der Akademie, während sie fast ihre gesamte Freizeit ihrem Körper widmete. Freunde hatte sie nur wenige und die Kinder in ihrer Klassen bemerkten früh, dass ihre Mitschülerin ein wenig anders war. Sie war viel stiller und ruhiger, schien aber auch, wann immer man mal das Vergnügen hatte, mit ihr zu sprechen, viel älter, als sie es in Wirklichkeit war. All das führte dazu, dass ihre Lehrer sie für ihre Intelligenz schätzen lernten und wirkliche Kontakte ausschließlich mit älteren Schülern zu Stande kamen. Ab und an ließ sie sich auf einen Trainingskampf ein oder dazu herab, eines der Mädchen zu verteidigen, wenn mancher Jung-Macho meinte, ihm unter den Rock schauen zu müssen, doch dabei blieb es auch. Und obwohl niemand das in diesen Jahren sah: Hinoe entwickelte sich zu einer Schönheit. Einer speziellen, geradezu exotischen, die nicht jedem gefallen musste. Aber mit ihren ebenmäßigen Gesichtszügen und dem ganz besonderen Aussehen war sie ein regelrechtes Unikat. Wessen sie sich allerdings nie gänzlich bewusst werden würde.

Einige Jahre vergingen und wenige Wochen nach ihrem zehnten Geburtstag erreichte Hinoe und ihren Sensei die Nachricht, dass ihr Vater verstorben war. Eine Neuigkeit, die beide nicht so recht berührte und tatsächlich erschienen auch neben ihnen nur wenige auf der anonymen Beisetzung. Lediglich die Rede, die Tomoko hielt, vermochte es, in das Innerste der Akademieschülerin vorzudringen und ihr aufzuzeigen, was sie eigentlich verpasst hatte. Ihr Vater musste zu Lebzeiten und noch vor seiner psychischen Erkrankung ein beeindruckender Mann gewesen sein. Doch all das Leid, das er erfahren hatte, möglicherweise auch der erzwungene „Verlust“ seiner Tochter hatten dazu beigetragen, dass er schon längst nicht mehr am aktiven Leben teilnahm. Hinoe selbst reagierte betroffen und fühlte sich lange Zeit schuldig, was dazu führte, dass sie sogar an manchen Tagen ihr Training vernachlässigte. Shinise belohnte das, indem er ihr noch schwierigere, heftigere Übungspläne aufhalste und kein Erbamen zeigte. Nicht, weil er kein Verständnis für ihre Gefühle hatte. Sondern schlichtweg, weil er nicht wusste, wie er anders damit umgehen sollte. Erstaunlicherweise schlug diese Art von Bewältigung aber an und die angehende Ninja war bald dazu in der Lage, das Ereignis in den Hintergrund zu stellen.
Doch nicht nur dazu war sie nun bereit. Denn nur wenige Monate später erachtete ihr Sensei sie für würdig, endlich die Grundzüge des Schwertkampfs zu erlernen.

Unser Kenjutsu baut auf so genannten Kata auf. Der Begriff sagt dir etwas, nehme ich an?“ Das Mädchen, das im Lotussitz vor seinem Sensei hockte, nickte in stummer Aufregung. „Sehr gut. Wir Shinyuu wenden fünf dieser Grundstellungen an, die allesamt verschiedenen Prinzipien folgen. Du wirst sie dir selbst erarbeiten müssen.“ Hinoe starrte Shinise entgeistert an. „Nicht die Kata selbst, Dummerchen. Die Prinzipien natürlich. Ich mag so Philosophen-Kram nich so, aber ich weiß, dasser wichtig ist. Also beschäftige dich damit.“ Ein Befehl, keine Anweisung. Sie nickte ergeben. „Aber bevor wir damit anfangen, wirst du zunächst lernen, wie man überhaupt mit einem Schwert umgeht. Ich halte nichts von Bokken, also wirst du von Beginn an ein Wakizashi führen. Mache dich damit vertraut, sieh es dir an, wiege es in der Hand. Und dann versuche dich zu erinnern und Bewegungsabläufe zu imitieren. Wenn du soweit bist, teste ich dich. Und dann ist der Raijuu no Kamae an der Reihe.“ Bitten musste Shinise sie nicht. Als er die Klinge aus seiner Saya hervorholte, war Hinoe bereits aufgesprungen und nahm den gefalteten Stahl mit enthusiastischem Blick in Empfang. Wie lange sie doch auf diesen Moment gewartet hatte!
Entgegen der Erwartungen ihres Onkels machte das Mädchen sich gut. Er hatte schon viele Schüler gehabt, die meisten der Ninja seines Clans, wie er in Anbetracht seines fortgeschrittenen Alters missmutig feststellte. Doch diese zierliche Gestalt schien ein Gespür für das Wakizashi zu haben, wie er es bei einem Anfänger selten erlebt hatte. Natürlich waren ihre Bewegungen unbeholfen, die Angriffe, die sie ihm später zeigte, ungenau und laienhaft. Doch alles, was sie tat, war von einer natürlichen Intuition geprägt, wie er sie sich immer gewünscht hatte. Schlichtweg eine .. Verbindung, die die Klinge zu dem machte, was sie sein musste: ein fester Teil des Körpers, ein verlängerter Arm. Die Anerkennung war groß, doch zeigte er davon nur wenig. Ein gebrummtes „Gut.“ Mehr bekam sie nicht zu hören. Doch mehr brauchte sie auch nicht. Denn Hinoe wusste, dass dieses eine Wort schon mehr Auszeichnung war, als die meisten ihrer Vorgänger je bekommen hatten. Sie grinste aufgeregt. Und auch, wenn ihre Arme sich ob des Gewichts fast bleiern anfühlten und sie die Anstrengung in jeder Muskelfaser spürte, wollte sie mehr davon. Nie wieder ohne Schwert, sagte sie sich. Ein Vorhaben, an das sie sich ihr ganzes Leben lang erinnern und halten würde.

Weitere Trainingseinheiten folgten und wo Hinoe sich noch nie wirklich für Ninjutsu und Genjutsu interessiert hatte, galt ihr uneingeschränktes Interesse nun dem Schwertkampf allein. Sie vermochte es sogar, selbst ihren sonst so ruppigen Sensei mit ihrer Begeisterung anzustecken und ihn dazu zu bewegen, ihre Lehre zu unterstützen. Es dauerte nicht lange, da hatte sie ihre Cousins aus den höheren Jahrgängen hinsichtlich des Kenjutsu bereits übertroffen. Trainingskämpfe, die allein auf dem Kreuzen der Schwerter basierten, gewann sie ohne Mühe und auch, wenn es hart war, arbeitete sie sogar daran, ihre Schmerzgrenze zu versetzen. Und Shinise hatte zahlreiche Methoden, die ihr Training dahingehend unterstützten. Mal befeuerte er sie in Hochgeschwindigkeit mit Holzkugeln, denen sie nur in den seltensten Fällen ausweichen konnte, dann reinigte er ihre Wunden mit Flüssigkeiten, die zwar die Bildung von Narben verhinderten, dafür aber stundenlang so sehr brannten, dass Hinoe sie kaum vergessen konnte. Sie war in der Tat versessen vom Kampf und vom Training, vernachlässigte dafür aber andere Dinge. Soziale Kontakte gab es immer weniger, wenn sie nicht zufälligerweise zum duellieren geeignet waren und auch auf der Akademie stellte man fest, dass die Blauhaarige sich immer weiter isolierte.
Doch all das hatte auch Konsequenzen. Die erste Geninprüfung bestand die Shinyuu, die kaum dazu in der Lage war, ein anständiges Henge no Jutsu zu wirken, nicht und mit dem Fallen durch diesen Test ging auch der Sturz in ein tiefes Loch einher. Offenbar war sie nicht die fähige, angehende Kunoichi, für die sie sich immer gehalten hatte. Selbst das ausnahmsweise mal sanfte Zureden Shinises konnte daran nur wenig ändern.
Nach wenigen Tagen des Missmuts aber rappelte sich das Mädchen, das seinen Kampfgeist zurückgewonnen hatte, wieder auf. Sie erkannte zum einen, dass ein Leben nur im Training nichts Anderes als der Weg war, den ihr Gründervater zunächst beschritten hatte und zum anderen, dass das Shukuen nicht wollen konnte, dass sie zu einer emotionslosen Kampfmaschine verkümmerte. Also änderte Hinoe ihre Einstellung, schränkte ihre Übungspläne, wenn auch zunächst kaum merklich, ein und wurde zu einer Person, die dazu geeignet war, ihrem Dorf zu dienen: bis zu einem gewissen Maße integer, teilweise sogar freundlich und vor allem dazu in der Lage, mit Menschen umzugehen. Intensives Studium von Büchern und Ninjutsu erleichterte ihre Schulzeit ungemein und als der Tag der zweiten Prüfung sein Ende fand, durfte auch sie endlich wieder stolz auf sich sein. Und zum ersten Mal in ihrem ganzen Leben spüren, was für ein wertvoller Balsam für die Seele Erfolg doch sein konnte.[/align]

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: So 18. Jul 2010, 20:21
von Hinoe
CHAPTER III – „Kakuriyo”

Den Engeln möcht’ ich Flügel stehlen
Um den schnellsten Weg zu Dir zu wählen
Ein Traum, von dem Du wissen solltest ..

Ich kenne Dein Zittern, ich kenne Dein Bangen,
Ich sage es nochmals, ich will Dich fangen
Und finde nichts, daß Du nicht fallen wolltest.

~


[align=justify]Genin. Nach einem langen Kampf mit Lehrern, der Familie und allen voran sich selbst war Hinoe also endlich Genin. So wirklich konnte sie ihr Glück noch nicht fassen und wenn sie ehrlich zu sich war, hatte sie auch niemals geglaubt, dass es jemandem wie ihr möglich sein würde, so weit zu kommen. Befreit und irgendwie erleichtert kehrte sie zu Shinise zurück, der zur Abwechslung einmal nicht trainierte oder auf Mission war, sondern sie in der gemeinsamen Wohnung erwartete. „Sensei.“ sagte das Mädchen nur gewohnt kleinlaut und mit einer tiefen Verbeugung, aus der sie sich erst nach einigen Sekunden wieder erhob. Der Alte betrachtete sie mit einer Mischung aus Interesse und Skepsis, gleichzeitig aber auch einer Art von Freude, die Hinoe allerdings nicht deuten konnte. Sie sah lediglich den urteilenden Blick, aus dem sie trotz aller Bemühungen kein ‚gut’ oder ‚schlecht’ herauslesen konnte. „Da bist du ja endlich.“ herrschte er sie scheinbar an, während er sich von seinem Stuhl erhob und in langsamen, trotzdem so unendlich fließenden Schritten auf sie zutrat. „S-sensei, ano .. ich ..“ Shinise verzog keine Miene und verschränkte die Arme vor dem großen Brustkorb, während er seine Verwandte argwöhnisch musterte. Diese schluckte nur, traute sich plötzlich nicht mehr, irgendetwas zu sagen. Und was tat er?
Der Jounin brach in schallendes Gelächter aus.
So kenne ich meine Lieblingsnichte! Bwahahaha, hat sich das jahrelange Training doch endlich gelohnt. Ich bin stolz auf dich, Hane-chan.“ Mit dem Zeigefinger der Linken tippte er das Kiri-Stirnband an, das das junge Mädchen sich nach langem Hadern um den Hals gebunden hatte. Die kleine Shinyuu ihrerseits konnte kaum fassen, was da gerade vor sich ging. „S-s-sensei?!“ Erneut lachte Shinise schallend und auf eine derart sympathisch freundliche Art, dass selbst Hinoe die Angst verlor. Ganz im Gegenteil, sie wurde sogar ein wenig wütend. „Was? Warum lachst du so?“ Ein wenig frustriert boxte sie dem Mann in den Bauch, was dessen Gelächter nur anschwellen ließ. Sie seufzte.
Bwahahaha, ich bin wirklich stolz auf dich, meine Kleine. Iori-kun wird sich über eine derart fleißige und lernfähige Schülerin freuen. Wer hätte das gedacht, dass es nochmal eine Frau aus unserem Clan schafft, bissl mehr zu erreichen als den Abwasch bei uns zu machen, hum? Bwahahaha!“ Schmollend verschränkte Hinoe die Arme vor der Brust, als es ihr endlich dämmerte. So war das also. Nur, weil sie im Gegensatz zu ihren Vorgängern kein Y-Chromosom in ihrem Gen hatte, war sie also mehr gequält worden, als jeder Andere?! DESWEGEN hatte sie die letzten Monate lang ein Training durchstehen müssen, bei dem selbst jeder halbwegs intelligente Chuunin die Beine in die Hand genommen hätte und abgehauen wäre? Pass bloß auf .. das kriegst du noch zurück, Onkel .. Irgendwann zahl ich dir das alles heim!
Leider aber eine ziemlich flachbrüstige, wie ich sagen muss.“ Shinise grinste breit und ließ sich auch nicht davon beirren, dass das Mädchen erneut empört ihre Fäustchen auspackte und mit aller Kraft nach ihm schlug. Was sie in diesem Moment, wie auch schon in all den vergangenen Jahren, nicht sah, war der unendliche Stolz, den der Veteran im Blick hatte. Ebenso wie das Bedauern, dass ihn die Kleine, die ihm doch so sehr ans Herz gewachsen war, nun würde verlassen müssen, um den nächsten Abschnitt in ihrem noch so jungen Leben beginnen zu können.

Gerade einmal zwei Tage verbrachte Hinoe noch bei Shinise, ehe sie diesen ganz gemäß den Bräuchen der Shinyuu verlassen musste. Der Abschied war zwar nicht tränenreich, schmerzte aber beide, obwohl es keiner jemals offen zugegeben hätte. Der eine nicht, weil er sich nicht vor seiner Schülerin blamieren wollte, die andere, weil sie sich schlichtweg zu stolz war.
Die angehende Kenjutsuka indes war sich dessen bewusst geworden, dass mit der Graduierung zur Genin ein Menge neuer Pflichten auf sie zukam. Das claninterne Training würde härter werden, Missionen sollten bald zum Alltag gehören und auch, wenn der Gedanke geradezu absurd schien: sie war nun eine waschechte Kunoichi und genauso dem Dorf verpflichtet, wie es jeder Jounin war. Sie würde einem Team zugeteilt werden, Geld verdienen. Dreizehn Jahre alt und bereits eine feste Anstellung .. wenn das nicht irgendwie erschreckend war, was dann?
Selbstverständlich vergaß Hinoe bei allen Sorgen auch nicht die vielen positiven Aspekte, die sie in eine Form von Aufregung und Neugierde versetzten, wie sie sie seit langem nicht mehr verspürt hatte. Bald würde sie weiter in den Clantechniken unterwiesen werden! Weiter ging es im Yokaze no Kata, das ihr bislang von allen Kampfhaltungen am liebsten war. Natürlich wusste sie, dass es für einen Shinyuu nicht angemessen war, bestehende Stile zu verfolgen und ihr Ziel sein sollte, die noch unausgereiften zu perfektionieren .. doch in ihrem jugendlichen Eifer vergaß sie diese Werte gerne und konzentrierte sich stattdessen auf die Dinge, die ihr greifbar schienen. Was ihr hingegen weniger gefiel war die Aussicht auf Genjutsu, mit denen sie bald in hohem Maße konfrontiert werden würde. Auf der Akademie hatte sie kaum etwas über die Illusionen gelernt und wenn sie ehrlich zu sich war, erschien ihr all das so abstrakt, dass sie unsicher war, ob sie überhaupt etwas mit all dem würde anfangen können.

Unentschlossen über derartige Vorstellungen nachsinnend stapfte sie, die Umhängetasche über der Schulter, den Protektor um den Hals und ein kleiner Zettel mit der Zieladresse in der Hand, durch die Straßen Kiris. Ein neuer Sensei also. Bis sie sich an Shinise gewöhnt hatte, waren gefühlte Jahre vergangen. Und jetzt, kaum, dass sie das Gefühl hatte, endlich richtig aufgehoben zu sein, musste se ihn wieder verlassen? Schon frustrierend. Natürlich wusste die Dreizehnjährige, dass ihr Clan diese Ziele nicht grundlos verfolgte und nachvollziehbare Motive für all das hatte, aber .. wer wusste schon, was das für ein Typ war, der sie da unterrichten sollte?
Bilder blitzten in unregelmäßiger Reihenfolge in ihrem Kopf auf. Große Männer mit großen Händern die nach ihrem kleinen Körper grapschten, unbarmherzige Sklaventreiber, die ihr Training mit Peitschen vorantrieben, hinterhältige Genjutsuka, die ihr schlimmste Alpträume bereiteten. Zitternd und argwöhnisch blickte sie sich in den schmalen Gassen um und musterte die zahllosen Einkäufer, die sich dort vergnügten. Bis sie die eigentliche Wohnung erreicht hatte, die etwas abseits vom Zentrum lag, war die Furcht so sehr angewachsen, dass sie sich kaum traute, die Klingel zu drücken. Mit trockener Kehle und schweißnassen Fingerchen überwand sie sich letztlich dazu, ihre Anwesenheit erkenntlich zu machen, nicht jedoch ohne die Hände furchtsam in dem Stück Papier zu verkrallen, das versicherte, dass sie an der richtigen Adresse war. Die Wartezeit, in Wirklichkeit wenige Sekunden, kam ihr endlos vor.
Ja?“ Da stand er also im Türspalt. Er, der nun in den nächsten Jahren ihr Sensei, ihre Bezugsperson, ihre Familie sein sollte. Er, jung, attraktiv und äußerst sympathisch. Keine großen Pranken, sondern elegante, trotzdem kräftige Hände. Glatte, schwarze Haare, die er sich zu einem langen Zopf zusammengebunden hatte. Und ein Lächeln auf den Lippen eines freundlichen Gesichts, mit dem er seinen gerade einmal fünf Jahre jüngeren Gast begrüßte. „Du bist mein Sensei?“ Der frisch gebackene Jounin lachte leise, öffnete seine Pforte für die offenkundig unsichere Hinoe und reichte ihr kompromissbereit die Hand. „Ich bin dein Sensei. Herzlich Willkommen Hinoe, ich bin Iori.

Entgegen erster Erwartungen fühlte das Mädchen sich wohl in ihrem neuen zu Hause. Mehr noch – kaum, dass sie die ersten paar Tage dort verbracht hatte, gab es kaum mehr, was sie irgendwie antrieb, das neugewonnene Refugium zu verlassen. Trotz vieler Pflichten nahm Iori sich, wann immer es möglich war, die Zeit, seine neue und gleichzeitig erste Schülerin kennen zu lernen. Er machte tatsächlich den Eindruck, sich für sie und ihre Belange zu interessieren. Er hörte zu, wenn sie erzählte, kochte Tee, um es ihr hier so gemütlich zu machen, wie es nur ging und zeigte vor allem rege Neugierde, wenn es um ihren Trainingsstand ging.
Hinoe machte täglich ihre Übungen, nutzte ihr Wakizashi und fühlte die neu gewonnene Freiheit in jeder Bewegung. Ein erstes Team löste sich bereits nach kurzer Zeit aufgrund von allzu verschiedenen Charaktern und Zielen auf, wohingegen die nächste Konstellation eine erfolgreiche sein sollte. Gemeinsam mit zwei gleichaltrigen Jungen, die Hinoe schnell lieb gewann und neckend Sasuzu (Stachelkopf) und Amagumo-chan (Regenwölkchen) nannte, absolvierte sie erste Missionen und erkannte, was eine ausgewogene Kombination aus Tai-, Nin- und Genjutsu erreichen konnte. Ihr Sensei war eine ruhige, erfahrene Person, die sich einen Spaß daraus machte, ihre Schützlinge zwar auf Missionen zu begleiten, ihnen jedoch die Arbeit zu überlassen, während sie sich mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigte. Lediglich eine C-Rang Mission, die die Genin nach außerhalb des Dorfes führte, erforderte den Kampfgeist und die Konzentration aller Beteiligten. Das Zusammenspiel in der Gruppe wurde immer besser und nachdem zwei Jahre vergangen waren, fühlten sie sich sicherer denn je, bereit für die Chuuninprüfungen zu sein.
Ganz andere Dinge spielten sich da abseits von Missionen und den wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten ab. Mit Iori als Sensei legte Hinoe eine geradezu sprunghafte Entwicklung hin, die der Ältere mit Interesse und Zufriedenheit verfolgte. Sie bekam ihr erstes, richtiges Katana überreicht, wurde schrittweise in der Kunst unterwiesen, selbst zu schmieden und erreichte im Umgang mit ihrer Klinge immer höhere Stadien der Kunstfertigkeit, je älter sie wurde. Iori forderte das junge Mädchen und trieb es bis an seine Grenzen, lobte die kleine Kriegerin jedoch in dem selben Maße, wie er sie quälte. Niemals kam es ihm in den Sinn, sie schlecht zu machen. Und gerade diese Ausgewogenheit aus Strenge und Sanftheit kam dem Werdegang der Shinyuu zu Gute. Lediglich für die Genjutsu konnte und wollte sie schlichtweg nicht das nötige Interesse aufbringen – ein Umstand, den ihr Sensei zu ändern wusste ..

Schon wieder .. Du darfst nicht immer auf die selben alten Tricks hereinfallen, Hinoe-chan.“ Iori seufzte und legte die Hand in den Nacken. Seit Wochen traten sie nun schon auf der Stelle und irgendwie fiel es ihm schwer, seine Begeisterung für die Illusionen auf das Mädchen zu übertragen. Unzufrieden mit sich und verletzt in ihrem Stolz ließ dieses sich auf einem Stein nieder, den Kopf in die zierlichen Hände gestützt. Sie war eben eine Taijutsuka und keine von diesen hinterhältigen, widerlichen Genjutsuka – eine Sichtweise, wie sie ihr damals erfolgreich von ihren Mitschülern eingetrichtert worden war. Nagut, Amagumo-chan wusste mit den Illusionen umzugehen. Aber der war da ganz sicher nichts weiter als eine Ausnahme .. ganz bestimmt. „Das ist doch alles sinnlos. Ich kann das einfach nicht, Iori.“ Frustriert kickte sie einen Kiesel weg und starrte auf den Boden. Der Jounin seufzte erneut und betrachtete die Fünfzehnjährige mit einer Mischung aus Ratlosigkeit und bitterem Verständnis. Dann, mit einem Mal, lächelte er. Und zog sein Schwert. „Erhebe dein Katana, junge Kriegerin. Wir kämpfen.“ Ungläubig hob Hinoe den Kopf und fixierte den 20jährigen mit skeptischem Blick. „Nicht rumsitzen, kämpfen. Ich will dich kämpfen sehen.“ Noch immer leicht verunsichert erhob sich das Mädchen, legte die Hand an ihr Katana und fixierte ihren Gegenüber konzentriert. Die Lichtung, auf der sie heute trainierten, ließ nur fahle Schimmer von Licht zu und mit dem Rauschen von Blättern im Hintergrund erfuhren die beiden Kenjutsuka eine ganz besondere Art der Atmosphäre.
Hiya!“ Hinoe eröffnete mit einem für normale Schwertkämpfer unüblichen Angriff, den Iori aber mindestens genau so gut, wenn nicht besser kannte, als jeder andere Shinyuu. Der Jounin hielt sich zurück, beschränkte sich aufs Ausweichen und Blocken und zeigte der jungen Frau wie so oft ihre Fehler auf. Lücken in der Verteidigung, falsche Schrittfolgen, allzu stürmische Manöver. Ihm entging nichts und wie immer lernte die Taijutsuka schnell. Eines jedoch wollte ihr einfach nicht gelingen: egal, was sie tat, egal, wie oft sie eine der Stufen ihrer Kata anwendete: sie war stets eine Spann zu weit von ihrem Kontrahenten entfernt. Ein Umstand, der sie sichtlich an ihre Grenzen trieb und geradezu verrückt machte.
Wenn dein Schwert zu kurz ist ..“ begann Iori, ohne Anstalten zu machen, den Kampf zu unterbrechen „dann erhöhe deine Reichweite .. in dem du einen Schritt nach Vorne machst.
Ohne, dass Hinoe sich irgendwie dagegen hätte wehren können, blockierte er ihr Schwert und trat gerade so nah an sie heran, dass ihre Körper sich berührten, würde auch nur einer der beiden sich einen Millimeter nach Vorne bewegen. Sie hielt den Atem an. „Ich zeige dir, warum Genjutsu etwas Wunderbares sind. Warum es sich lohnt, seinen Horizont zu erweitern – und sie zu meistern.“ Sein Schwert leuchtete violett auf, als er mit der flachen Seite auf ihre Schulter tippte .. und sie binnen Sekundenbruchteilen in eine Welt mitnahm, wie sie schöner nicht sein könnte. Nicht in den Augen der beiden Kämpfer, die von einem unsagbaren Gewölbe umgeben wurden, das die Konturen der Realität verwischte und in einer fließenden Umarmung um sie legte. Weiße und schwarze Federn regneten vom Himmel hinab und hüllten die Welt in einen sanften Schleier. Ein Meer aus roten Blüten, die sachte auf und ab wogten, bedeckte den Untergrund und mischte sich mit dem Regen. Die ganze Welt, Bäume, wie Gewässer, wie Felsen wurden von einem matten Schimmer überzogen, der ein wohliges Gefühl von Wärme in Hinoes Brust weckte. „I-Iori, d-d-das ist ..“ Ihr fehlten die Worte. Der Jounin lächelte nur und legte ihr in aller Zärtlichkeit die Hand auf die Schulter, mittlerweile hatte er sich hinter ihr eingefunden. „Das ist meine Welt, Hinoe. Meine ganz eigene Illusion, eine Jutsu, wie nur ich sie beherrsche. Hier bin ich Meister.“ Das Mädchen war fasziniert. Über alle Maßen. Der Himmel, der in von Federwolken besetztes Abendrot getaucht war, schien so greifbar, so nah .. Alles wirkte so ... frei. „Warte. Ich zeige es dir.“ Mit einem Mal wandelte sich der Federregen. Das Weiß und das Schwarz wich einem Blau, das im silbernen Licht grün schimmerte. Wie ihre Haare, wie ihre Augen. Nacht kehrte ein und nun beleuchtete nur noch der Mond die Szenerie, der sein ganzes, rundes Antzlitz zeigte. Fast, als würde er zu ihnen hinablächeln. Ihr Herzschlag erhöhte sich erneut auf unzählige Schläge, als Iori eine der Federn fing und sie ihr, indem er seinen Arm um sie legte, vor das schöne Gesicht hielt. „Das ist, was ich meine.“ flüsterte er, wie als fürchte er, sonst die Magie des Augenblicks zu zerstören. „Es ist einfach perfekt.
Und plötzlich, ohne Vorahnung und wie eine hereinbrechende Welle, wurde die sonst so professionelle Kriegerin von einer Flut an Emotionen überschüttet, wie sie sie nie zuvor erlebt hatte. Ihr Atem ging flacher, das Herz intensivierte seinen Dienst erneut und noch während sie versuchte, irgendwie mit alle dem zurecht zu kommen, sprach der junge Mann weiter. „Du bist die Erste, der ich all das zeige.“ Sie errötete, nicht im Stande dazu, sich irgendwie zu rühren. „Aber ich will, dass du das hier siehst. Ich will, dass du fühlst, was ich fühle. Dass du erkennst, dass Illusionen kein mieses Spielzeug sind. Sondern etwas Wunderbares. Etwas, womit man seinen Träumen Flügeln verleihen kann. Ich selbst habe keine.“ Er schwieg plötzlich. Eine Stille, die die Genin schaudern ließ. „Aber du hast sie. Ich sehe es, Hane-chan.“ Das erste Mal, dass er sie so nannte. Das erste Mal, dass er mehr für sie war, als bloß ein Sensei. „Trainiere Genjutsu, Hane. Wappne dich dagegen. Wehre dich dagegen. Denn wenn der Geist verbrennt ..“ Seine Stimme wurde bitter, fast sorgenvoll ängstlich „bleibt nichts als Asche.“ Zeitgleich löste sich die Illusion auf und sie waren wieder in dem Wald, der mit einem Mal so viel gewöhnlicher und langweiliger schien, dass es sie fast anwiderte. Die Feder war verschwunden. Doch die Pracht der Welt hatte sich in ihrem Herzen verankert. Nie wieder würde sie die letzten Minuten vergessen .. Nie, niemals wieder. „Versprich es mir.“ Sie konnte den Grund für die Bitterkeit in seiner Stimme nicht erkennen, wollte jedoch plötzlich nichts sehnlicher, als ihm seinen Wunsch zu erfüllen. Sie schluckte und nickte heftig, ehe sie den Kopf senkte und sich zögerlich zu ihm umwandte, darauf bedacht, einen direkten Blickkontakt zu vermeiden.
W-worauf .. warten wir eigentlich noch?“ Diesmal lächelte Iori. Denn er wusste, dass ihr Training von nun an von Erfolg gekrönt sein würde. Und seine „Investition“, auch wenn er damit sein größtes Geheimnis aufs Spiel gesetzt hatte, die richtige Entscheidung gewesen war. Hinoe würde ihn nicht verraten. Das spürte er, tief in seinem Herzen. Genauso, wie sie, verborgen in ihrem, fühlte, dass diese Begegnung etwas in ihr hinterlassen hatte. Etwas, das verhindern würde, dass sie das Flüstern seiner Stimme, die Wärme seines Lächelns und die Geborgenheit seiner Umarmung je würde vergessen können.[/align]

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: So 18. Jul 2010, 20:55
von Hinoe
CHAPTER IV – „Zenkokourou”

Steig durch das Portal der Augen
Hinter meinen Blick
Nur ein kleines bisschen näher
und dann gibt es kein zurück
Lege alles ab, du brauchst nichts
dort wo wir hingehen
Lass alles fallen auch dich
es tut nicht weh
du wirst schon sehen

Steige empor!
Winde dich hoch!
Schau übers Land hinab vom dunklen Turm
Beuge dich vor
Augen nur zu
Spürst Du mit schwarzen Schwingen
kommt der Sturm

Komm zu mir
Sag kein Wort
Zögre nicht mehr länger
dann sind wir noch heute fort
Komm zu mir
Keine Furcht
Folg dem Lied des Sängers
Mach das Tor auf und geh durch

~


[align=justify]Es waren nur wenige Genjutsu, die Hinoe zu beherrschen lernte. Doch es waren solche, die sich mit ihrem Schwertkampf ergänzen ließen. Und sie alle zeichneten sich dadurch aus, dass Iori es war, der sie ihr lehrte.
Sie lernte früh, ihre Gefühle ihm gegenüber zu verbergen, doch verspürte jedes Mal einen Stich in ihrem Herzen, wenn sie sie unterdrückte. Er war ihr Sensei, nichts weiter. Das sagte sie sich immer wieder, ohne damit wirklich Erfolg zu haben. Ihr Innerstes gehorchte ihr nicht, war dem jungen Jounin, der sie längst erobert hatte, bald hoffnungslos ergeben. Ihr Training wurde allenfalls positiv von diesen Wendungen beeinflusst, da das Vorhaben, ihn zu beeindrucken und zu überzeugen, nun über allem Stolz stand. Und als die Chuuninprüfungen anstanden, zu denen ihre Teamleiterin sie hoffnungsvoll und zuversichtlich angemeldet hatte, war es gerade der ältere Shinyuu, der alles in seiner Macht stehende tat, um sie körperlich und mental vorzubereiten.

.. und wenn ihr dann bis zu den Finalkämpfen kommt, ist alles weitere Formsache.“ Seine blauen Augen, von denen wie so oft ein undeutbares Leuchten auszugehen schien, ruhten auf ihrer rastlosen Gestalt, die seit Tagen keine stille Minute finden wollte. Unzählige Male hatte Iori nun die groben Abläufe mit ihr durchgesprochen, damit sie mit nichts konfrontiert werden würde, was sie absolut nicht erwartete. Doch vorbereitet fühlte die Blauhaarige sich trotz allem nicht. Nicht im Geringsten. „Ja, das ist ja schön und gut, aber was wenn ..“ Eine Liste an Sorgen und Ängsten, die mit jedem Tag an Länge gewann, wurde vorgetragen. Mit eleganten Schritten und unbewusst weiblichem Hüftschwung schlich sie beim Sprechen durch die Wohnung, wobei das wallende blaue Haar sanft auf und ab wogte. Der ältere Shinyuu betrachtete das Bild mit offensichtlichem Wohlgefallen, das der kleinen Feder wie so oft völlig entging. Sie empfand sich nicht als schön. Und allein die Vorstellung, dass jemand anders das tun könnte, artete in ungläubigem Gelächter aus.
Nach einigen Minuten, die Iori damit verbracht hatte, seine Schülerin zu betrachten, ohne ihr wirklich zuzuhören, seufzte er leise, erhob sich und fand sich plötzlich stehend vor ihr ein. Perplex hielt sie im Sprechen wie im Gehen inne, den unsicheren Blick, den sie in solchen Momenten immer bekam, nicht über eine gewisse Grenze anhebend. Die Angst, ihrem Meister in die Augen zu sehen, hinderte sie seit einiger Zeit daran, direkten Blickkontakt zu halten. Nur eine der vielen Vorsichtsmaßnahmen, die sie längst getroffen hatte. „Hane-chan. Ich weiß, dass ich es schon unzählige Male gesagt habe und du das wahrscheinlich alles längst nicht mehr hören kannst. Aber ich glaube an dich. Du bist stark, stärker, als ich es damals war, als ich Chuunin geworden bin.“ Trotzig schob sie die Unterlippe vor. „Aber ..“ Der Jounin fasste sie mit sanfter Gewalt am Kinn, was sie verstummen ließ. Die Situation konnte kaum gefährlicher sein .. „Kein Aber. Ich weiß, was du kannst, und ich weiß, was die Prüfer verlangen. So lange du dich konzentrierst und bei der Sache bist, kehrst du in wenigen Wochen als Sieger aus der Arena zurück. Hast du mich verstanden?“ Er lächelte mit der für ihn typischen Offenheit, während er ihr Gesicht anhob. Als sie gezwungen war, ihm in die Augen zu sehen, zeigte ihr Herz die mittlerweile typische Erscheinung, während ihr Verstand einige Sekunden zu lange brauchte, um die Eindrücke zu verarbeiten. Immerhin schaffte sie es, nicht zu erröten .. „J-ja. Verstanden.“ grummelte sie leise und der Kenjutsuka lachte zufrieden auf – als er sie in seine Arme schloss. „Ich drück dir die Daumen, Hane-chan. Mach dir nicht zu viele Sorgen und denk einfach an das, was wir in den letzten Monaten erarbeitet haben.“ Sie spürte, wie etwas ihr die Luft abschnürte und sie nur schwerlich dem Drang widerstand, die Umarmung zu erwidern. Unbewusst sog sie seinen Duft ein, wo sie mit allen ihren Sinnen die Nähe wahrnahm, die diese Sekunden dominierte. Als Iori sich wieder von ihr löste, atmete sie auf. Und sah dabei zu, wie der Zwanzigjährige eine Kette aus seinem Haori holte – und ihr um den Hals hängte. „Ein kleines Geschenk. Eigentlich wollte ich es dir erst nach den Prüfungen geben, gewissermaßen als Glückwunsch zum neuen Rang. Aber ich bin so neugierig auf deine Reaktion .. Weswegen es hoffentlich auch mindestens genau so ein passender Anreiz sein wird, nicht?“ Mit großen Augen und unsicheren Bewegungen tastete sie nach dem silbernen Schmuckstück, dessen Kette sich bereits um ihren Hals schmiegte. Aufmerksam betrachtete sie die gläserne Kugel, die von einer Silberspirale gefasst wurde und in dem matten Licht der Wohnung kristallen schimmerte. „Ich nenne sie Shinjukou. Passt zu dir, hm?“ Er lächelte wieder, was Hinoe erneut den Atem verschlug. Langsam wurde das alles wirklich lästig. Gefühle auf, Gefühle ab. Doch ein Ende war nicht in Sicht. Ob sie das überhaupt gewollt hätte?
Sag bloß du hast das selbst gemacht?“ Der Krieger lachte auf und küsste seine Schülerin auf die Wange, wie es innerhalb des Clans in solchen Situationen üblich war, was letztlich dazu führte, dass sie wieder den Kopf senken musste, um die knallrote Färbung ihrer Wangen zu verbergen. Sie tat stattdessen, als würde sie mit aller Auferksamkeit und überschwänglichem Interesse den Anhänger betrachten .. „Klar hab ich das. Bei jedem anderen Geschenk hätte ich irgendwie das Gefühl gehabt, mich selbst zu betrügen .. weiß auch nicht warum.“ Er zuckte mit den Schultern. „Die Kette hat eine Besonderheit, die du aber selbst erst entdecken musst. Wenn du einsam bist oder an dir zweifelst, nimm sie in die Hände. Und lass die Sonne in dein Herz. Wie dem auch sei; genug davon. Und jetzt ab mit dir.“ Er strich ihr über den Kopf, fuhr mit den langen Fingern durch das blaue Haar. „Dein Team wartet sicher schon auf dich.“ Unfähig, allzu viel zu erwidern, wirbelte Hinoe herum und rannte Richtung Tür. Erst, als sie die Wohnung fast schon verlassen hatte, blieb sie ruckartig stehen, wandte sich um und zwinkerte dem Schwarzhaarigen zu. „Mit dem größten Vergnügen, Senseilein. Danke.“ Und weg war sie. Stolz auf den für ihre Verhältnisse und Umstände coolen Abgang rutschte sie das Treppengeländer herunter und schloss die Tür hinter sich. Auf in die Akademie – in der sie heute den ersten der drei Prüfungsteile bestehen würde.

Das Gebäude war erfüllt von Menschen. Sensei, die ihren Schülern ein letztes Mal auf die Schultern klopften, Prüfer, die sich mit strenger Miene auf ihre Aufgaben vorbereiteten und darunter unzählige Genin, von denen viele völlig verloren wirkten. Manche überfordert, Andere unsicher und wieder gab es diejenigen, denen die Coolness geradezu aus dem Hintern zu scheinen schien. So in etwas jedenfalls kommentierte Hinoe ihre Umgebung, die sie mit skeptisch hochgezogener Augenbraue betrachtete. Irgendwie fühlte sie sich dazu verpflichtet, so souverän wie möglich aufzutreten, nachdem Sasuzu seit Minuten lauthals irgendwelche Worte von sich gebend durch den Gang stiefelte und Amagumo-chan sich seinem Spitznamen alle Ehre machend in irgendeine Ecke verzogen hatte. Die Shinyuu hätte es nicht überrascht, wenn es über seinem Kopf tatsächlich angefangen hätte, zu regnen, und als das Geschwätz des Rotschopfs immer lauter wurde, platzte ihr endgültig der Kragen. „Verdammt nochmal, halt einfach die Fresse!“ Schockiert und erstaunt hielt der Stachelkopf inne, unfähig etwas zu erwidern. Hinoe selbst war selbst erschrocken zusammengezuckt und begann plötzlich, sich mehrmals vor ihm zu verbeugen. „Gomen, gomen nasai, ich wollte dich nicht so anfahren .. aber das macht mich einfach fertig!“ Nun war es das Regenwölkchen, das sich räusperte und zu leisen Worten ansetzte. „Ano .. also .. ich weiß ja nicht, was ihr davon haltet, aber wie wäre es, wenn wir die Prüfungen ein wenig .. naja .. positiv beeinflussen?“ Beide merkten zögernd auf, als ihr Kamerad diesen Vorschlag äußerte. Das passte doch sonst so gar nicht zu seiner Art ..
Bist du dir ganz sicher, dass das in Ordnung ist?“ Tuschelnd steckte das Trio die Köpfe zusammen. Der Junge zuckte mit den Schultern und fuhr sich durch sein mittellanges, weißes Haar. „Ich meine, wir sollen schließlich zu Ninja ausgebildet werden. Attentäter. Hitokiri. Ich glaube kaum, dass wir später ohne gewisse Tricks auskommen. Oder glaubt ihr, dass ich da einen falschen Ethos vertrete?“ Sasuzu, der den Begriff Ethos nicht einmal kannte, klopfte seinem Freund anerkennend auf die Schultern. „Alles klar Mann, alles klar. Dein Ethan leidet da schon nicht drunter. Aber wie willst du das denn anstellen?“ Wie Hinoe und der Karottenkopf bald herausfinden sollten, war ihr sonst so schüchterner, ruhiger Gesell doch um Welten cleverer, als sie es ihm jemals zugetraut hätten ..

Klackernde Kugelschreiber, musternde Blicke der Prüfer. Seit dreißig Minuten verweilten die Prüflinge nun schon in dem Klassenraum, in dem ihre Kenntnisse angeblich strengstens kontrolliert wurden. Was aber offenbar niemand entdeckte: ein Team, das geschickter trickste, als ihre Sensei es ihnen jemals zugetraut hätte. Nahezu unsichtbare Fäden, einst geschmiedet von Hinoe und ihrem Onkel, die die Stifte der beiden Jungen miteinander verbanden. Die Augen Sasuzus, der mit seinem Doujutsu dazu in der Lage war, durch feste Objekte hindurch zu sehen und so von der Person abschrieb, die zwei Reihen vor ihm die vermeintlich richtigen Lösungen zu viel zu schweren Aufgaben notierte. Und letztlich das Regenwölkchen, dessen hochsensible Finger die minimalen Bewegungen des Bleistifts registrierten und auf das Blatt übertrugen. Ein Glöckchen an seinem Fuß, das hin und wieder einmal unauffällig klimperte, fing Hinoe, die unmittelbar neben ihm saß, in einer Illusion, die ihr die richtigen Antworten, geleitet vom Chakra Amagumo-chans, direkt ins Bewusstsein flüsterte. Als die letzte Frage sie auf eine Bewährungsprobe der übergeordneten Art stellte, waren sie alle selbstbewusst genug, sich für ein Beantworten zu entscheiden: Man stellte sie vor die Wahl, die letzte Frage zu erhalten und bei nicht korrekter Antwort ans Genindasein gefesselt zu sein, oder den Saal zu verlassen. Für Hinoe war vom ersten Moment an klar, dass sie fortfahren wollte. Und das gemeinsam mit ihrem Team. Die Shinyuu hatte sicherheitshalber vorgesorgt und noch vor Prüfungsbeginn eine Genjutsu gewirkt, die zumindest den schüchternsten unter ihnen ein wenig mutiger machte. Die richtige Entscheidung, wie das doch noch so junge Team feststellte, als nach kurzer Zeit verkündet wurde, dass es geschlossen bestanden hatte.

Schritte trappelten durch das Höhlensystem, das den Austragungsort der praktischen Prüfung darstellte. Gehetzte Blicke gingen durch die Gänge, ein Fingerzeig bedeutete dem Team, welche Richtung es einzuschlagen hatte. Sasuzu hatte das stumme Kommando übernommen, während Hinoe den beiden Rückendeckung gab. Sollten ihre Verfolger zu ihnen aufschließen, würde sie sich um den Nahkampf kümmern – die beiden Chakranutzer hatten bereits abgesprochen, wie sie mit der drohenden Gefahr umzugehen hatten. „Da.“ Die Stimme des Genjutsuka war leise, als er auf eine Abzweigung deutete. Doch obwohl sie sich so sehr beeilt, das Höhlensystem fast durchschaut geglaubt hatten, tauchten die Verfolger auf. Und feuerten eine Welle an Ninjutsu ab, der sie nur mit Mühe ausweichen, geschweige denn etwas entgegen setzen konnten. „Hi-chan!“ Das Regenwölkchen wurde in einen der Gänge gezwängt, während Sasuzu Mühe hatte, in einem anderen zu verschwinden. Die Shinyuu fuhr herum. So war das also, man wollte sie trennen. Hinoes Mundwinkel zuckten vor Zorn. Wie sie diese hinterhältigen Iwa-Nin hasste .. „Du schaffst das, Amagumo-chan, ich glaube an dich!“ Zu mehr Worten hatte sie keine Zeit, als ihr eigener Verfolger aufgeschlossen hatte und sie dazu zwang, sich weiter in das steinerne Untier hineinzuwagen.
Zumindest hatte die Blauhaarige einen großen Vorteil: ihre Geschwindigkeit. Doch der verebbte bald, viel zu früh, als sie sich in einer Sackgasse wiederfanden. Es war nicht dunkel, die Prüfer hatten gnädigerweise für spärliche Beleuchtung gesorgt. Doch das änderte leider nichts an der Situation, in die sie dieser verdammte Ort gezwungen hätte. Mit gezogenem, leuchtenden Schwert erwartete sie also ihren Antagonisten, der ihr nur wenige Sekunden Vorsprung ermöglicht hatte. Genug, um eine Genjutsu vorzubereiten. Aber nicht, um eine Taktik auszuarbeiten. „Na was haben wir denn hier. Ich muss schon sagen, ein überaus hübsches Exemplar für eine Kiri-nin.“ Als ob Hinoe sich von diesen Worten beirren lassen würde. Es war keine gute Idee, einen Angriff zu starten. Nicht gegen einen Kusarigama-Nutzer, der ihr im Fernkampf deutlich überlegen war. Sie wusste, dass er Genjutsu wirken konnte – das hatte die Spionage-Arbeit des Regenwölkchens ergeben. Weswegen auch diese Option als einziges Mittel im Kampf wegfiel.
Ich wusste gar nicht, dass Iwa-nin sich so klar artikulieren können. Einer von der ganz schlauen Sorte, hm?“ Eines konnte man Hinoe nachsagen: sie wusste, wo Menschen ihren wunden Punkt hatten, und wie man ihn am besten traf. Mit zuckender Augenbraue setzte sich die Kette in Bewegung, deren Sichel der Shinobi über seinem Kopf kreisen ließ. „Das nimmst du zurück du elendes Miststück!
Wie die Shinyuu in den nächsten Minuten erbitterten Kampfes feststellte, war es keine gute Idee gewesen, ihren Gegner zu beleidigen. Diese wenigen Worte hatten ihn in einen Kampfrausch versetzt, mit dem er sie nun in aller Erbarmungslosigkeit bearbeitete. Zunächst konnte sie nicht viel mehr tun als auszuweichen – die Wucht, mit der seine Angriffe auf sie niederprasselten, war zu stark, um etwas dagegen zu unternehmen. Erst, als sie seine Kette zu fassen bekam, wendete sich das Blatt. Vermeintlich. Das Gewicht der Sichel wickelte sich um ihren anderen Arm und machte sie bewegungsunfähig. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis er ihr den Gnadenstoß versetzte ..
An was glaubst du?“ fragte der junge Mann sie plötzlich, während er verächtlich lächelnd auf sie hinab blickte. Hinoe verweigerte eien Antwort, woraufhin sich die Kette noch fester in ihre zarte Haut bohrte. Die Oberbekleidung war längst nicht mehr als ein Stofffetzen. „An meinen Gott. Der auch dich irgendwann richten wird.“ Die Wut in ihrer Stimme erbebte, als sie das Wort erhob. Langsam verfiel auch sie in eine Art Rausch .. wären da nicht die Ketten gewesen, die sie daran hinderten, ihm freien Lauf zu lassen. Der Iwa-Nin lachte. „Immer diese dummen, kleinen Schäfchen, die meinen, dass es Sinn macht, einer dieser Pseudo-Religionen hinterher zu rennen. Bist du wirklich so zurückgeblieben, zu glauben, dass ihrendein Gott existiert? Alles, was geschieht, wird von den Menschen beeinflusst. Man kann sich nicht hinter irgendeiner Entität verstecken, nur weil man Angst vor der Realität hat.
Er schnaubte. „Diese Dummheit macht mich krank.“ Erst zuckten nur die Mundwinkel der Blauhaarigen, dann lachte sie. Verspottend. „Du wagst es, von Dummheit zu sprechen?“ Ein Ausdruck trat in ihre Augen, der mit nichts anderem als einem lodernden, wütenden Feuer zu umschreiben war. „Glauben ins Lächerliche zu ziehen und stattdessen die Existenz von Gespenster zu preisen .. das ist Dummheit.“ Ihr Schwert berührte den Stahl, ohne, dass der Chuuninanwärter etwas dagegen hätte tun können. Schockiert musste er nun auf leere Hände hinabblicken, denn wie es schien war seine Waffe just in dem Augenblick verschwunden, in dem sich Klinge und Kette begegnet waren.
Und zu mehr sollte der Iwa auch nicht länger fähig sein. Als er sich gerade wieder gefasst hatte, war Hinoe bereits vor ihm. Die Haltung geduckt, hatte sie sich ihm mit Shishiku in einer Geschwindigkeit genähert, der er nichts entgegensetzen konnte. Die Klinge sirrte vor dem ungläubigen Blick des Taijutsukas durch die Luft, die klirrende Sichel viel zu Boden. Und während der röchelnde junge Mann bereits in Ohnmacht fiel, hatte Hinoe ihm bereits die Fahne abgenommen, die er sich um den Bauch gebunden hatte. „Schlaf gut.“ Flüsterte die Shinyuu verächtlich, während sie das rote Tuch in ihrem Ausschnitt verstaute. Der Genin würde nicht sterben. Aber dafür garantieren, dass er demnächst wieder einsatzfähig war, konnte die junge Frau auch nicht ..

Ihre beiden Kameraden ließen sich nicht lumpen. Als das Team sich nach etwas zwei Stunden wiedertraf, konnten sie alle einen Sieg vorweisen. Die Blutspritzer auf Amagumo-chans Hemd wurden ignoriert, der offensichtlich froh darüber war, dass man ihm keine weiteren Fragen stellte.
Mit der eigenen und der errungenen Flagge zusammen in Hinoes Dekolleté zogen sie ins Finale ein, das aufgrund einer geringen Teilnehmerzahl herausragte. Wie bekannt wurde, hatte es einige Todesfälle unter den Genin gegeben; darunter auch der Gegner des Regenwölkchens, der Selbstmord begangen hatte. Obwohl Amagumo-chan dieses Wissen zusetzte, entschied er sich dafür, weiter zu machen und seine Prüfungen fortzuführen. Indem er vor seinem ersten Kampf einige Worte über den Verstorbenen verlor und mit Gesten eine Schuld ausdrückte, die ehrlicher und bewegender nicht hätten sein können, sicherte er sich schließlich seine Beförderung – was er in diesem Moment jedoch noch nicht wusste. Obwohl er seinen Kampf verlor, fühlte er sich als Gewinner. Eine Eigenschaft, die er früh von seinen Mitschülern gelernt hatte.
Kniffliger war das bei Sasuzu und Hinoe, die bereits in der ersten Auseinandersetzung aufeinandertrafen. Nachdem sie sich eine gefühlte Stunde lang einen spektakulären Kampf geliefert hatten und die Patt-Situation immer eindeutiger wurde, entschieden sie, sich auf andere Weise zu duellieren. Und zwar auf eine Art, die selbst die Prüfer überraschte.

So .. wird das nichts, Sasuzu-chan ..
Ich weiß, Hi-chan. Aber ich .. will Chuunin .. werden. Wir können .. doch jetzt nicht aufhören?
Ich finde, Sasuzu-chan .. “ Sie holte tief Luft und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Sie waren beide kaum mehr in der Lage sich klar zu artikulieren, so erschöpfend war die Konfrontation für beide Seiten gewesen. „Wir haben genug gekämpft. Wir haben gezeigt, was wir können. Aber um besiegt zu werden, müssten wir uns krankenhausreif verletzen. Oder töten.“ Sie schauderte und der Rothaarige tat es ihr gleich.
Weißt du, Hi-chan .. Ich finde, du hast Recht. Wir sind ein Team und man verletzt seine Kameraden nicht. Aber .. aufgeben geht auch nicht, also was sollen wir machen? Mann, das ist echt scheiße.“ Er spuckte auf den Boden. Das Publikum wurde unruhig, erste Rufe spornten zum Kämpfen an. Doch die Genin ließen sich davon nicht beeindrucken.
Wie wär’s, wenn wir einfach Schere, Stein, Papier spielen? Der Gewinner ist weiter?
Kranke Idee. Aber saucool! Ich werde dich sowasvon fertig machen .. Wer zuerst 10 hat gewiiiinnt~

Und da standen die beiden also. Verschwitzt, verdreckt, verschrammt und hochkonzentriert die Hände öffnend und wieder schließend. Hinoe hätte gewinnen können. Sasuzus Psyche war leicht durchschaubar und nach drei Versuchen wäre seine ‚Strategie’ ohnehin ersichtlich gewesen. Doch sie wusste, dass auf der Tribüne jemand saß, der seinen Sohn betrachtete. Der ihn für einen Taugenichts, Tagedieb und Dummkopf hielt der kaum zwei Zahlen zusammenzählen konnte. Und deswegen entschied sie sich dafür, zu verlieren. Und den Rotschopf als stolzen Sieger des Kamfes zu erklären, bevor sie das Feld verließ. Mit einem Lächeln auf den Lippen, das sie als Gewinnerin auszeichnete, nicht als Verliererin. „Zeig ihm was du kannst, Sasuzu ..“ murmelte sie, unbewusst in dem Moment, als sie die Blicke der Kage kreuzte. Bald würde sich herausstellen, dass sie alle drei bestanden hatten. Da neben kämpferischem Können und taktischen Finessen auch Teamgeist und Freundschaft zu ihren Eigenschaften zählten; Güter, die die Oberhäupter schätzten. Gerade in einem Examen, das von Massakern und Verrat geprägt war ..

Obwohl sie nicht den Gesamtturniersieg errungen hatte, war Iori stolz auf seine Schülerin. Und noch viel mehr als das. Er hatte ihre Mimik, ihren Kampf und jede einzelne Bewegung die ganze Zeit über verfolgt und erkannt, was die wahren Beweggründe der frischen Chuunin gewesen waren. Und jemand wie er wusste besser als jeder Andere, wie viel wichtiger diese Niederlage gewesen war, als jeder noch so schillernde Gewinn. Für Hinoe als Person und ihre charakterliche Entwicklung, die doch so viele schwierige Etappen durchlaufen hatte. Und für ihren Kameraden, der endlich zeigen konnte, dass er es verdient hatte, ein Ninja zu sein. Auch vor seinem Vater.
Nur wenige Tage nach dem Examen nahmen sie das Training wieder auf. Es gab viel zu tun, galt vieles zu verfeinern und gerade im Bereich der Genjutsu wartete ein Haufen Arbeit auf die junge Frau. Diese jedoch schätzte die Zeit mit Iori so sehr, dass sie die Anstrengung gerne ertrug. Geistiger, wir körperlich Natur. Ein einhalb Jahre vergingen, ohne dass sich allzu viel geändert hätte. Schwierigere Missionen und anspruchsvollere Aufgaben waren die einzigen wirklichen Neuerungen, die ihren Alltag beeinflussten. Bis sie eines Tages eine Entscheidung treffen musste .. für die sie keinen anderen Ausweg mehr sah.

Sag mal, Hane-chan“ Iori wickelte ein paar Drähte auf, die er während des gemeinsamen Trainings benötigt hatte. „Warum gehst du eigentlich nie aus?“ Verdutzt merkte das Mädchen auf. „Hm, wie meinst du das?“ Sie verstand nicht so recht, was er ihr damit sagen wollte. „Naja, hör mal .. wie viele junge Männer haben dich letzten Monat um ein Date gebeten?“ Ihre Miene verfinsterte sich. „Vier.“ Der Jounin nickte, als sähe er sich in seiner Vermutung bestätigt. „Na also. Warum so streng? War denn niemand dabei, der dir ansatzweise gefallen hätte?“ Sie schluckte schwer, als sie spürte, in welche Bahnen das Gespräch abdriftete. Wenn sie nicht bald etwas fand, womit sie den Dialog abblocken konnte, würde das noch sehr, sehr unangenehm für sie werden. „Also, weißt du .. ich glaube, das ist einfach nichts für mich.
Jetzt wurde ihr Sensei erst recht hellhörig. „Meinst du etwa .. dass Männer nichts für dich sind?“ Mit Verschwörermine hatte er sich über sie gebeugt, unbewusst, verstand sich. Hinoe holte tief Luft. Wenn er ihr so nah war, viel es ihr schwerer denn je, sich zusammenzureißen. „Nein, um Gottes Willen. Nur eben .. nicht diese Männer, verstehst du?“ Iori nickte, schien sich wirklich für dieses Thema zu interessieren. Seltsam diese plötzliche Aufmerksamkeit. Was Hinoe natürlich erneut nicht bemerkte. „Und .. gibt es denn jemanden, der dir gefällt?
Es wäre ein Leichtes gewesen, sich geschickt rauszureden. Ein paar unklare, verschwommene Worte zu formulieren, die das Thema vorerst abgeschlossen hätten. Doch die alleinige Tatsache, dass der Chuunin nachwievor über ihr beugte und sie fast glaubte, seinen Atem zu spüren, beeinflusste die Situation maßgeblich. „Na komm schon, Hane-chan. Wer?“ Die Shinyuu wusste nicht, warum, aber sein Ausdruck hatte etwas Drängendes. Da war nicht mehr die bloße Neugierde, die ihn anzutreiben schien. Sondern etwas Anderes, was sie weder deuten, noch als angenehm empfinden konnte. „Warum .. fragst du mich das eigentlich?“ Sie war skeptisch geworden, unsicher. Irgendetwas lag im Blick ihres Sensei, was ihr Angst machte. Ohne, dass sie es erwartet hätte oder sich dagegen wehren konnte, packte er ihr Handgelenk und kam ihr näher. Als ihre Gesichter sich fast berührten, bäumte sich der Körper Hinoes auf, die sich plötzlich zu befreien versuchte, die nichts als Furcht spürte. Ihr Herz zerbarst fast unter der Widersprüchlichkeit des Moments und der einschüchternden Aura, die Iori umgab. Was war bloß los mit ihm?
Iori ..“ Als der junge Jounin die Stimme des Mädchens vernahm, hielt er plötzlich inne. Fast, als würde er vor sich selbst erschrecken, entließ er die junge Frau aus seinem unbarmherzigen Griff und erhob sich in einer einzelnen, Abstand nehmenden Bewegung. „Hinoe ..“ Sie schüttelte sich, die Tränen in ihren Augen glitzerten angstvoll. „Ich kann das nicht, Iori. Ich kann nicht mit irgendjemand Anderem ausgehen.“ Überrascht über den Themenwechsel wurde dem Shinyuu klar, dass sie nicht von dem Zwischenfall von zuvor sprach. Wie es schien, interpretierte sie das Geschehen gänzlich anders, als es der Realität entsprach ..
Ja, du hast Recht. Mir gefällt jemand. Jemand, den du sogar sehr gut kennst. Aber ..“ Sie schüttelte sich erneut. „Es geht nicht. Ich brauche eine Pause, Iori. Bitte, lass mich eine Weile allein. Bis ich mich wieder geordnet habe. Ich kann einfach nicht mehr.“ Woher sie die Kraft nahm, so vernünftig mit ihm zu sprechen, wusste sie nicht. Fest steht nur, dass sie bald eine eigene Wohnung fand. Und diese Begegnung die letzte innerhalb des nächsten halben Jahres sein sollte.[/align]

Weltunter.

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: So 18. Jul 2010, 21:11
von Hinoe
CHAPTER V – „Higanbana”

The nightmares flee to find the dark
A place where they can hide.
Where no light flows on paths unknown
How I wish to be at their side.

The dawn creeps in the light's still dim
The day will purify the world.
The night and I we have to die
As I'm the Black Butterfly.

My destiny will be fullfilled.
Now you've torn down the walls
Of my resistance and my will.
I will not fly but fall.

The time is here I'm pale with fear
The light brings me decay
My lids are burnt my bones have turned
To ashes, flesh to dust.

No kiss upon my lips, not one,
No last wish, no farewell.
No saviour came to call my name
Down here where shadows dwell.
No saviour came to call my name
I'm going straight to hell.

~


[align=justify]Sicher und ohne den Anschein von Angst zu erwecken tänzelte Hinoe über den Untergrund. Selten sah man eine leichtfüßigere, gar elegantere Gestalt. Unmöglich jemanden zu finden, der bei seinem Treiben so uneingeschränkt glücklich und zufrieden wirkte. „Wie die Sterne, wie der Mond; alles ist längst versunken und taucht ein in die Dunkelheit der Nacht~.“ Der Gesang wich dem Summen einer Melodie, als die ästhetischen Sprünge vom Sirren der eigenen Klinge ergänzt wurden und das Schwert mit in den Tanz seiner Besitzerin einstimmte. Die Hiebe, Schläge und Streiche, die Sicherheit, mit der sie förmlich durch die Lüfte zu schweben schien .. Sah so etwa das Training einer Kenjutsuka aus? „Ist es der Traum des Mondes, die Reinheit der Silbersterne?“ Die Bewegungen wurden fließender, noch ein wenig zarter. Geradezu liebevoll kreiste die Klinge nun um den schlanken Körper der Shinyuu, als sie das Katana mit einer schnellen, geschmeidigen Bewegung in seiner Saya verschwinden ließ. „Nichts als das Leuchten einer weißen Blume.“ Eine Geste, die Finger verschränkten sich ineinander und das Spiel wurde wieder aufgenommen. Mit dem Unterschied, dass das Schwert dieses Mal leuchtete und, in warmem Licht schimmernd, Linien in der schwarzen Nacht hinterließ, deren Ursprung sich ein gewöhnlicher Spaziergänger kaum hätte erklären können.
In den Wäldern des Dorfes fühlte Hinoe sich seit jeher am wohlsten. Der leicht modrige Geruch, der nach dem Regen frischer und reiner war, als jeder andere, das Gewässer zahlloser schmaler Flüsse, die sich ihren Weg durch das Unterholz bahnten .. Und nicht zuletzt die Bäume und Felsen, die den Untergrund und die Basis für ihr Training darstellten. Niemals hatte sie es erlebt, hier beim Tanz mit ihren Klingen gestört zu werden. Kaum eine Person kannte gar diesen Ort, dessen bloße Atmosphäre der Shinyuu das wohlige Gefühl von Glückseligkeit vermittelte. Und genau das war es schließlich auch, was sie hier so schätzte. Eine unendliche Geborgenheit. Hachimenreirou.
Are wa tsuki no yume ka? Shiroku hikaru hana~.” Der Tanz fand seinen Höhepunkt und gleichzeitig sein jähes Ende. Hinoe landete auf dem Ast eines Baumes, als das Leuchten ihres Schwerts sich auflöste und die Klinge selbst an seinen Platz an ihrer Seite zurückkehrte. Jemand war hier. Wagte es, sie bei ihrem Training zu stören. Was jedoch viel Erschreckender war: es handelte sich dabei nicht um irgendjemanden. Sondern um die Person, deren bloße Anwesenheit sie seit Monaten mit allen Mitteln vermieden hatte.
Ein Blick, in den sich Zorn, Scham und sogar Wehmut mischten, betrachtete den Grund ihres Innehaltens, die Ursache für ihren Gefühlswandel. Doch sie erreichte nichts als ein ungewohnt harter, vielleicht auch bedauernder Blick. Sie schreckte zurück. „Das war wunderschön. Du bist wahrlich, was dein Name verspricht, Hane-chan.“ Der Fels, auf dem sie verharrte, war nicht länger ihr alleiniger. Mit einer Geschwindigkeit, die sie nicht mit den Augen verfolgen konnte, landete die Gestalt hinter ihr und legte seine starke Hand an ihren im Mondlicht weiß schimmernden Hals. Sie schluckte, spürte, wie ihr Herz mit einem Mal schneller klopfte – und verfluchte sich dafür. So, wie sie es schon unzählige Male zuvor getan hatte, wann immer sie sich bei diesem Empfinden ertappt hatte. „Verschwiegen wie eh und je, hm? Was ist nur passiert mit uns .. Du siehst mir nicht einmal mehr in die Augen.“ Mit sanfter Gewalt, gegen die Hinoe sich nicht wehren konnte, drehte der Mann seinen Kopf so, dass sie dazu gezwungen war, ihn anzusehen. Wann immer sie den Blick senkte, hob er ihr Kinn nur weiter an. Wenn sie sich dagegen wehrte, hinderte er sie daran. Es machte keinen Sinn, sich weiterhin zu sträuben. „Wie schön du doch geworden bist. Wer hätte das gedacht?“ Er ließ das blaue Haar durch seine Finger gleiten, das sich wellengleich an seine Hand schmiegte. Erst jetzt bemerkte die Shinyuu die Veränderung. Diese Person .. das war nicht mehr ihr Iori. Nicht mehr der Mann, den sie so vergöttert hatte. Die Art, wie er sprach, wie er sie anfasste .. wie hatte sie das nur in ihrer Überraschung und Furcht übersehen können? „Du ..“ Entsetzen spiegelte sich in ihren Augen wieder, was den Mann zu amüsieren schien. Das Schwert an seiner Seite bewegte sich, als er mit seinem anderen Arm ihre Taille umfasste und enger an sich zog. Wie sehr sie sich das früher gewünscht hatte .. und wie sie es plötzlich anwiderte, da der Iori, der sie in seinen Armen hielt, ein Fremder war. Und nicht der Mann, der ihre Gefühlswelt damals unwiederruflich in ein Chaos von unüberschaubarem Ausmaß verwandelt hatte. „Lass mich ..“ Ihre Stimme war schwach und obwohl Hinoe versuchte, sich zu wehren, wollte es ihr nicht gelingen. Der Griff selbst schmerzte nicht, aber wann immer sie sich gegen ihn stemmte, wurde sie mit einer Kraft konfrontiert, gegen die sie sich nicht auflehnen konnte. Was war bloß los?
Selbst du weist mich ab?“ Kälte spiegelte sich in den Augen ihres Gegenübers wieder, der keinerlei Anstalten machte, sie loszulassen. Im Gegenteil – er presste sie förmlich an sich. „Erst Vater, jetzt du ..“ Alarmiert versuchte Hinoe sich loszureißen, während ihre Gedanken weiterrasten. Niemals würde ein Shinyuu seinen Sohn verbannen, das Band der Familie brechen. Iori hatte zu den größten Talenten gehört, zu den angesehensten Jounin im Clan. Alle hatten ihn gemocht, ihn verehrt. Man würde ihn nicht verstoßen. Es sei denn .. „NEIN! NEIN!“ Der Ruf der Verzweiflung hallte durch die Nacht. „Iori, nicht! Wir alle brauchen dich ... ich brauche dich. Du gehörst zu uns, du bist nicht wie sie. Du bist kein Verbrecher. Noch kann alles gut werden, wir .. Ich finde eine Lösung, egal, wie.“ Mit einem Mal war es wieder ihr Iori, der sie hielt. Sein Blick war sanft und verletzt, aber nicht mehr hart, unbarmherzig und kalt. Er hatte es versucht. Hatte es ihnen beiden einfacher machen sollen. Doch er konnte nicht. Seine Familie mochte er getäuscht haben. Erfolgreich. Nur bei Hinoe versagte aller Verstand und die Fassade, die er mit allen Mitteln aufrecht zu erhalten versuchte, wurde heruntergezogen wie eine bloße Maske. Sie hörte auf, sich zu wehren. Und er wandte den Blick ab, der mit einem Mal von Schwäche zeugte. Eine, wie nur sie sie jemals kennen lernen sollte.
Du weißt, dass das nicht geht, Hane.“ Da war sie wieder. Die Zärtlichkeit in seiner Stimme, die so vertraut war, dass sie die Kenjutsuka mit einem Mal beruhigte. „Du weißt es, nicht wahr?“ Sein Daumen streichelte über ihren Wangenknochen, den eine einzelne Träne benetzte. „Ich will nicht, dass du gehst ..“ Ihre Stimme zitterte und obwohl sie es einst gewesen war, die sich vor einigen Monaten aus Selbstschutz distanziert hatte, war der Gedanke, ihn für immer zu verlieren, schlimmer als alles andere. Viel mehr noch das Wissen, dass sie ihn würde verraten müssen. Und womöglich sogar dazu gezwungen wäre, ihm irgendwann das Leben zu nehmen. „Wir werden uns wiedersehen, Hane. Ich weiß, du wirst eine wunderbare Schwerttänzerin. Und irgendwann wirst du mir beweisen, dass es wahr ist. Dass die Schüler irgendwann ihre Meister übertreffen und über sie hinauswachsen.“ Hinoe krallte sich in dem Haori ihres Gegenübers fest, das Gesicht in dem Stoff vergrabend. Ja, sie hatte sich vor ihren Gefühlen versteckt. Sie war weg gelaufen. Doch das konnte nicht passieren, es durfte einfach nicht. Es durfte nicht ..
Bitte, geh nicht .. Tu mir das nicht an.“ Der Blick des Mannes wurde wieder hart, verlor jedoch nicht den Schimmer an Sanftheit, den er immer hatte, wenn er die junge Frau betrachtete. Damals, wie auch jetzt, in dieser letzten, gemeinsamen Stunde. „Es tut mir leid, Hane. Verzeih mir nie .. Aber bitte, vergib mir. Eines Tages.“ Ein letztes Mal strich er ihr über den blauen Haarschopf, drückte er den zierlichen Körper an sich. Ehe er hinter ihrem Rücken Fingerzeichen formte und Hinoe in einem Regen von Federn zusammensackte, der ihr einen langen, traumlosen Schlaf bereiten würde. Sie hätte keine Chance gehabt, dem zu entkommen.
Behutsam fing der Jounin das Mädchen auf und bettete sie in das trockene Laub. Einige Minuten lang betrachtete er sie, ohne etwas zu sagen. Dann hob er plötzlich die Stimme. „Ich bin ein Mörder, ein Verbrecher. Ich habe unsere Familie verraten.“ Obgleich er wusste, dass sie von alledem nichts mitbekommen würde, streichelte er ihren schönen Kopf und zog schließlich mit dem Daumen den feinen Schwung ihrer Lippen nach. „Du hast Besseres verdient.“ Er lächelte sanft, küsste ihre Wange und nahm dann ihre Hände, in die er sein Stirnband legte. Sanft und voller lang verborgener Emotionen. „Leb wohl, Hane. Leb wohl, Geliebte“ Ein Kuss. Nebel hüllte seine muskulöse Gestat ein und trug ihn von hier fort. Er würde bald außerhalb der Landesgrenzen sein. Noch lange, bevor Hinoe dazu in der Lage sein würde, dem Mizukage seinen Verrat zu bestätigen, noch lange, bevor sie begreifen konnte, was hier überhaupt geschehen war. Hier, an diesem Ort. Dort, wo die Higanbana blühen. Und ihre Silhouette in den unverkennbaren, roten Schimmer tauchten, der Abschied bedeutete.

Hinoe war nicht erwacht. Irgendetwas in ihrem Geist hatte verhindert, dass der Schlaf sie aus seinen Fesseln gab. Vielleicht war es Emmadaiou gewesen, der sie in die sichere Obhut des Todes Bruder gegeben hatte, nun, wo jemand anders sie gewissermaßen entlassen hatte.
Wenige Stunden, nachdem Iori das Dorf verlassen hatte, fanden Anbu sie. Und zwangen sie gewaltsam dazu, das Bewusstsein zurückzuerlangen und Bericht zu erstatten. Gegenüber ihnen, und gegenüber dem Mizukagen. Man machte ihr keinen Vorwurf. Niemand rügte sie. Vielmehr schwang Bedauern in jeder noch so unscheinbaren Geste mit, die man ihr zuteil werden ließ. Das Dorf verlor einen großen, fähigen Kämpfer, dem eine glänzende Zukunft hätte blühen können. Sein Talent übertraf das vieler anderer Männer seiner Klasse .. wäre da nicht der offenbar seit jeher vorhandene Drang zum Verbrecherdasein. Hinoe selbst konnte nur wenig sagen, konnte nur bestätigen, dass es richtig war. Iori hatte jemanden umgebracht. Skrupellos, ohne ersichtlichen Grund. Niemand konnte es sich erklären. Doch nun war er genauso Teil der Kartei von Verrätern, wie jeder andere, niederträchtige Nuke. Das Stirnband, das er seiner ehemaligen Schülerin gegeben hatte, war ein Zeichen dafür, dass sein Abschied endültig war.
Nur um die Kenjutsuka, die man einsam in ihre Wohnung zurückkehren ließ, kümmerte sich keiner mehr. Sie hatte beide Elternteile verloren. Doch der Verrat Ioris schmerzte sie mehr als es der Tod ihrer Erzeuger jemals hätte tun können. Tagelang lag sie bloß da. Schlafend oder aus einem furchtbaren Alptraum erwachend in dem kleinen, hölzernen Bett. Den Kiri-Protektoren, den man ihr aus unerfindlichen Gründen nicht abgenommen hatte, in den zarten, feingliedrigen Händen. Erst eine Woche nach dem Vorfall trat wieder jemand in ihr Leben, der es sich zur Aufgabe machte, sie vor all dem Bösen zu bewahren. Und eigenhändig dafür zu sorgen, dass sie es nicht wegwarf, so, wie er es getan hatte.

Sie bemerkte Shinises Ankunft nicht. Man hätte sie schlagen, foltern und vierteilen können – in ihrer Apathie nahm Hinoe nichts als Leere wahr. Leere und, wann immer sie aus einem der wiederkehrenden Alpträume erwachte, furchtbare Trauer. Nicht nur, dass sie das bloße Wissen schmerzte, über die Maßen verraten worden zu sein; sie vermisste ihn. Wünschte sich seine Anwesenheit herbei, ersehnte sein warmes Lächeln und begehrte die Umarmung, die der Inbegriff aller Geborgenheit war. Denn jetzt, wo er fort war .. war sie alleine. Völlig einsam und ohne Liebe. Wie sie würde weiter machen sollen, wusste die junge Frau nicht. Doch das spielte momentan auch keine Rolle. Egal, wie oft es an der Türe klopfte, gleich, wie groß der Stapel Post noch werden sollte. An ihrem Zustand änderte sich nichts.
Der Jounin setzte sich an die Bettkante seiner Nichte, die er mit väterlichem Blick betrachtete. Sein Gesicht war mit den Jahren gealtert und er wirkte noch mehr wie der Veteran, den er verkörperte. Seine rauhen Hände umfassten die des Mädchens, als er das Stirnband erspähte. Er runzelte die Stirn und kämpfte mit dem aufkeimenden Zorn. Er hatte immer gewusst, dass Iori Freiheit anstrebte. Kannte seine Wünsche, Sehnsüchte und Ängste. Aber es wäre ihm niemals, nie, niemals in den Sinn gekommen, dass er soweit gehen würde. Der Mord war das eine. Aber eine Person von innen heraus so zu zerstören, wie er es mit Hinoe gemacht hatte .. das war unverzeihlich. Und alles in allem eine Tat, mit der er sein Todesurteil unterschrieben hatte. Gleich, wie sehr er seinem ehemaligen Schüler trotz allem noch, irgendwo tief in seinem Herzen, nachtrauerte.
Sanft bettete er den Kopf der jungen Frau auf ein Kissen und fühlte ihren schwachen Puls. Sie musste trinken und etwas essen, um zu Kräften zu kommen. Es würde womöglich Wochen dauern, bis sie wieder zurück ins Leben, gar wieder in den aktiven Shinobi-Dienst eintreten konnte. Aber er würde ihr dabei helfen, ihr so lange nicht mehr von der Seite weichen, bis sie aus diesem Alptraum erwachte. „Trink, Hane. Trink.“ Ein Schälchen mit Wasser lag an ihrem Mund, der sich kaum rührte. Ihre Augen waren geöffnet, ließen jedoch keine Rückschlüsse auf ihre Gedanken zu. Es war furchtbar, sie so zu sehen. Wie als hätte er sie bereits verloren .. „Ich beschütze dich, kleine Kriegerin. Ich passe auf dich auf. Ich werde nicht zulassen, dass du dich verlierst. Dass dein reines Herz ähnlich abstumpft wie das Ioris. Ich verspreche es dir.“ Und mit einem Mal, wie, als hätte irgendetwas in ihr die Worte wahrgenommen, trank die junge Frau. Ein kleiner, in Anbetracht dessen, was noch folgen sollte, winziger Schritt. Und doch von solcher Größe und Wichtigkeit, dass jeder Schluck plötzlich eine Bedeutung hatte.

Tage vergingen und mit jeder Minute, die die beiden Kenjutsuka miteinander verbrachten, besserte sich die Situation Hinoes. Sie begann zu essen, fand irgendwie die Kraft, wieder aufzustehen und sprach sogar ab und an, um sich mit Shinise zu verständigen. Der Jounin hatte sein Versprechen wahr gemacht: außer, um das Nötigste zu erledigen, war er zu jeder Sekunde bei ihr gewesen. Er wusste, dass es schwierig sein würde, sie sozusagen zu ‚resozialisieren’. Aber er kannte auch einen Weg, wie er sie wieder zurück ins Leben holen und ihre Begeisterung wecken konnte. Womöglich verlangte er viel von ihr, so kurz nach all den Vorfällen. Doch das, so wusste er, war das Einzige, was er für sie tun konnte.

Keine Widerrede junge Dame. Du kommst mit.“ Fast, wie in den alten Zeiten, packte Shinise Hinoe am Arm, die sich nun bereits seit Minuten dagegen wehrte, ihren Onkel zu begleiten. „Ich .. will nicht raus, Too-san. Die ganzen Leute ..“ Der Hüne wandte sich um und blickte streng auf die junge Frau hinab, deren Gesicht nachwievor tiefe Augenringe zierten. Mittlerweile kleidete sie sich wieder anständig und war auch längst wieder für Körperhygiene zu begeistern, aber trotz allem waren die äußerlichen Spuren so präsent wie eh und je. Und das musste sich ändern. „Zeterzeterzeter .. Ich sage ja nicht, dass wir „in“ die Stadt gehen. Nur raus. Glaub mir – es wird dir gefallen.“ Er grinste triumphierend, so, wie er es immer tat, wenn er von einer seiner Ideen überschwänglich begeistert war. Hinoe räusperte sich. „Bitte, Too-san, ich verstehe ja, dass- .. KYAAAAAH!“ Kaum, dass sie sich versah, hatte der Riese sie kurzerhand über die Schulter gelegt und stapfte nun aus der kleinen Wohnung. So konnte das ja wohl nicht weitergehen. Ihre Trauer war nachzuvollziehen und er hätte es verstanden, wenn sie sich jahrelang in ihrem Zimmer verkrochen hätte .. aber so lange ER da war, gab es dafür schließlich überhaupt keinen Grund~!
So nicht, Hane! Du bist eine erwachsene Frau, oder nicht? Noch dazu eine Kunoichi. Einfach zu Hause bleiben gibt’s da nicht. Vor allem dann nicht, wenn dein charmanter, überaus begehrenswerter Onkel dich dazu auffordert, ihn zu begleiten, bwahahaha! Andere Frauen würden sich darum reißen, hörst du, reißen!“ und, als würde in seinem Inneren nicht auch eine Wunde klaffen, die ihm das Herz zuschnürte, setzte er seinen Weg unbeirrt fort. Raus aus der Wohnung, wenige Schritte durch die Innenstadt und dann schnurgerade hinein in den Wald Kiris.
W-wo gehen wir hin?Der gesamte Körper der Shinyuu zitterte. Erinnerungen wurden wach, die ihre gerade wieder intakte Psyche auf eine Bewährungsprobe stellten, wie sie sie doch so unbedingt hatte vermeiden wollen .. doch Shinise blieb unbarmherzig. „Nur noch ein paar Meter.“ sagte er nur sanft, wohl in dem Wissen, dass er sie nicht an den Ort bringen würde, den Hinoe gerade fürchtete. Die Lichtung, die er ansteuerte, war eine andere. Und trotzdem eine, die der Chuunin nur allzu bekannt sein sollte. Gerade, als sie Anstalten machte, in eine Verzweiflung zu verfallen und zu versuchen, sich irgendwie loszureißen, nahm er sie behutsam von seiner Schulter und setzte sie auf einen Baumstumpf. Er lächelte zufrieden. „Jetzt, wo wir ENDLICH da sind .. Ist es definitiv an der Zeit, mich selbst zu loben. Hab ich uns da nicht ein schönes Plätzchen zum trainieren ausgesucht? Bwahahahaha!“ Die Kenjutsuka traute ihren Ohren nicht. Hatte er gerade allen Ernstes von Trainieren gesprochen? Verlangte er wirklich, dass sie sich so kurz nach alledem mir nichts dir nichts wieder mit dem Kämpfen auseinandersetzte? Shinise antwortete, ohne die Frage zu kennen, indem er ihr das eigene Schwert reichte. Woher .. ?
Tut mir leid, Hane. Aber es geht nicht anders.“ Noch immer verstand Hinoe nicht, was hier vor sich ging. Was in aller Welt hatte ihr Onkel mit ihr vor? Und warum um Emmadaious Willen .. „AAAACHTUNG, ’ze strongest Swordsmän of ’ze Mist is commiiiiing!“ Da stand er. Kampfbereit und sein Nodachi in beiden Händen, das er trotz des für sie kaum stemmbaren Gewichts elegant über seinem Kopf kreisen ließ. Das Mädchen war fassungslos. „T-t-too-san? Bist du .. geht es dir gut?!“ Vielleicht hatte ihre verletzte Psyche die des Mannes beeinflusst und nun hatte er völlig den Verstand verloren? Was auch immer es damit auf sich hatte – das seltsame Verhalten ihres Onkels sorgte jedenfalls dafür, dass sie nicht mehr länger dazu in der Lage war, über all die schlimmen Dinge nachzudenken, die vor einigen Wochen passiert waren. Denn nun war sie vor allem mit Einem beschäftigt: dem Parieren und Ausweichen seiner Schläge. Hinoe machte einen Satz zur Seite, mit dem sie gerade so einem Angriff des Hünen ausweichen konnte. Das Holz zersplitterte unter der bloßen Wucht und die Blauhaarige schluckte, als sie den Verursacher mit fassungslosem Blick fixierte. Der schien derweil nur einen Heidenspaß zu haben ... „BWAHAHAHA, sät’s ma wäy of fightiiin’!“ Hinoe zog ihr Schwert. Sie hatte keine Vorstellung davon, wie das hier enden sollte. Aber irgendwie ahnte sie, dass es nichts half, wenn sie nur untätig herumstand. „G-ganz ruhig Too-san. Ich glaube, dir hat der Sake nicht bekomm-..EEEEN” Wieder wich sie seinem Nodachi aus und rettete sich auf einen Felsen, wenige Meter von ihrem Ausgangsort entfernt. Shinise lachte. Und setzte mit seinen Attacken fort. Die Blauhaarige wich jeder einzelnen aus, jedes Mal bedauernd, dass dabei ein Teil des Waldes, den sie doch so sehr liebte, in Mitleidenschaft gezogen wurde. Doch ihr Onkel hörte einfach nicht auf, egal, wie oft sie versuchte, ihn zu beschwichtigen. Und setzte damit irgendwann ihren gebündelten Zorn frei. „Lass meinen Wald in Ruhe, verdammt noch mal!“ Zornig machte sie einen Satz nach Vorne und hielt Shinise die Klinge an den Hals, ihn mit wütendem Blick fixierend. Erst jetzt erkannte er, dass seine Nichte schneller als er selbt geworden war .. und er es nicht vermocht hatte, ihren Angriff vorauszusehen. Er grinste und blockierte ihr Schwert. Nur sicherheitshalber. „Da ist meine Hane-chan, wie ich sie vermisst habe. Wäre doch gelacht, wenn ich nicht mit meinem unbesiegbaren Charme dazu in der Lage gewesen wäre, sie zurückzuholen, eh? Bwahahaha!“ Fassungslos ließ Hinoe das Schwert sinken und blickte in das ledrige Sicht des Taijutsumeisters.
Dann, ohne Ankündigung, lachte sie plötzlich. Leise und hoch, wie sie es immer tat. Dann immer lauter werdend. „Du spinnst, weißt du das eigentlich?“ Sie rieb sich eine Lachträne aus den Augen und zeigte ihrem Onkel einen Blick, in den die Traurigkeit zurückgekehrt war. Doch mit ihr der Wille zu Leben, den sie endlich zurückgewonnen zu haben schien. Erleichterung spiegelte sich in Shinises Mimik wieder. Als er endlich nach all den Jahren zum ersten Mal seine Fassade fallen ließ – und Hinoe, die er wie eine Tochter liebte, in seine groben, muskulösen Arme schloss.[/align]

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: So 18. Jul 2010, 21:16
von Hinoe
CHAPTER VI – „Zannenshigoku”

Hier liegst du eingewoben.
So reglos, so leblos,
In deinem Körper toben
Die Herzen im Kampf um Oberhand.
Du kannst dich nicht befreien.
Du riechst nichts, du siehst nichts,
Und niemand hört dich schreien.
Die Schmerzen ! Es raubt dir den Verstand.

Du wirst dich selbst gebären,
So fruchtbar, so furchtbar.
Du kannst dich nicht mehr wehren,
Dein Handeln von diesem Drang bestimmt.
Du bist auf einer Reise,
Verirrst dich, du wirst dich
Auf wundersame Weise
Verwandeln, und deine Zeit beginnt.

Schatten legt sich übers Land,
die Kerze ist herabgebrannt.
Vom Tag bleibt nur ein letzter Schimmer.
Ich tanz und tanz und tanz für dich noch immer ...

~


[align=justify]Hinoe wusste, dass sie ohne Shinises Hilfe niemals mehr aus dem Loch herausgekrochen wäre, in das Iori sie ungewollt geschubst hatte. Doch sie merkte auch, dass mit dem bloßen Fortsetzen ihrer Karriere die Sehnsucht nicht gelindert werden konnte, die sie gerade in den vielen, einsamen Nächten spürte. Wie sich bald herausstellte, war sie eine Art ‚Erbe’ des Jounins, der, wie viele Shinobi, sein Testament bereits verfasst hatte, als er in den höheren Rang erhoben worden war.
Zunächst wusste sie nicht, was sie mit seiner Wohnung machen sollte, nachdem sie sich jedoch in der eigenen immer unwohler fühlte, entschied sie kurzer Hand, umzuziehen. Wo es ihr in den ersten Tagen schwer fiel, den fremden und doch so vertrauten Geruch zu ertragen, war sie bald dankbar dafür. Sie träumte öfter und intensiver denn je, nicht selten von Iori, was ihr das Gefühl gab, bei ihm sein zu können. Sie hasste ihn nicht, sie verurteilte nicht einmal seine Tat. Sie vermisste ihn nur. Und bereute es, ihm nie wirklich gesagt zu haben, was sie wirklich für ihn empfand. Irgendwo, ganz tief in ihrem allzu oft kaputten Herzen.
Um wenigstens auf eine Weise mit ihm zu leben, behielt sie auch seinen Protektoren, den sie nun stolz neben dem eigenen trug. Was anfänglich Verwirrung auslöste, ist ihre Art, mit dem Verlust umzugehen und zu bekräftigen, dass der Mann, den sie mehr als jede andere Person auf dieser Welt mochte, keiner dieser dreckigen Nuke-Nin war. Sie spürte, dass er dafür büßte und keiner von all den Verbrechern war, die ihr Dasein mit Raub, Brandschatzung und Mord finanzierten.
Allerdings entwickelte sich in dieser Zeit auch ihr Hang zu Männergeschichten, mit leider nicht immer allzu schillerndem Ausgang. Für die jeweiligen Kerle, nicht für sie. Wahrscheinlich war es nicht mehr als eine Form der Bewältigung, doch eine der wenigen Möglichkeiten, ihre Sehnsucht zu verkraften.
Wo sich das Studium der Genjutsu noch mehr intensivierte, widmete sie sich auch bald einer neuen Kunst: dem Schirmkampf, der es ihr mit einem Mal angetan hatte. Sie wusste, dass es galt, ihre Schwäche im Fernkampf und dem Ninjutsu auszugleichen, wenn sie irgendwann einmal zur Jounin befördert werden wollte. Und offensichtlich hatte dieses Vorhaben Früchte getragen; nach einer langen, kampfreichen Mission, in der sie ein Team aus anderen Chuunin leitete, verlieh man ihr den höheren Rang, der neben vielen neuen Pflichten auch ein noch breiteres Spektrum an Möglichkeiten bot. Mit Stolz kann die Blauhaarige auf eine Karriere zurückblicken, die neben vielen Auf und Abs doch aber auch die Verwirklichung eines Traums bezeichnete. Und eine Entwicklung vorlebte, wie sie die vielen, konservativen Shinyuu nur bewundern und heute als Vorbild nehmen können.


Als ich sie zum ersten Mal sah, dachte ich, sie wäre wie ich. Ich habe mich an meine eigene Genin-Zeit zurückerinnert gefühlt und mich so sehr gefreut, diesen jungen Menschen auf seinem Weg begleiten zu können. Bald jedoch habe ich gemerkt, dass da etwas in mir war. Etwas, was sie mit jeder ihrer eleganten Bewegungen, mit jedem Wallen ihres wunderschönen Haars in mir weckte. Begehren, Sehnsucht und Leidenschaft, die so flammend in mir loderten schier die Sinne raubten. Nie hat sie etwas davon gemerkt, niemals geahnt, was hinter der weichen Fassade lauerte. Denn mehr noch, als dass ich mir ihre Nähe wünschte, liebte ich sie. So lange sie glücklich sein konnte und ich bei ihr sein durfte, war alles gut. Doch als sie mich dann verließ und ich glaubte, sie verloren zu haben, verlor ich auch mich. Nichts war mehr gut. Die Ängste kehrten zurück, meine Flügel waren fort, die ich in ihrer Anwesenheit zu haben glaubte. Ich musste erst morden, um zu erkennen, wie es wirklich war. Denn tatsächlich; ich liebte diese Frau. Als ich sie das letzte Mal in meinen Armen hielt, fühlte ich, dass auch ich Flügel haben konnte. Doch mein Wahnsinn hat mir schließlich all die Möglichkeit genommen, mit ihnen zu fliegen.
Nun bin ich allein, friste mein Dasein in Einsamkeit. Meine einzige Hoffnung, dass Sie mich irgendwann findet .. und meiner Existenz einen Sinn gibt, oder sie beendet..



(c) - Songtexte by ASP, Samsas Traum und Finsterforst. Charakterbilder by ravenscar@deviantart. Texte (c) by Hinoe.[/align]

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: Mo 19. Jul 2010, 13:55
von Ezio Kaguya
Besonderheiten
Shinjukou [„Pearl Iridescence“]

Also zum ersten ist dies ein Ausrüstungsgegenstand und müsste so unter den Punkt "Ausrüstung" stehen und nicht unter den Besonderheiten.
Dann verformt sich das spezielle Glas für wenige Sekunden und zeigt beim Aufeinandertreffen mit Licht ein anderes, viel klareres Bild, das noch dazu eine ganz besondere Botschaft enthält.

Solange diese Potschaft in der Beschreibung nicht steht, ist sie auch nicht vorhanden. So regeln wir es auch bei besonderen Waffen. Was in der Beschreibung nicht steht, existiert nicht und kann somit nicht genutzt werden. Das ist dafür gedacht, dass sich User beispielsweise während eines Kampfes oder ähnliches, nicht plötzlich Vorteile damit verschaffen.

Ansonsten habe ich mommentan nichts zu bemängeln.

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: Mo 19. Jul 2010, 16:58
von Hinoe
Ich glaube zwar kaum, dass ein "Liebesbrief" jemals von Vorteil in einem Kampf sein wird, aber wer weiß - vielleicht verhält es sich ja, wie mit der Kraft der Jugend?

Oder kurz: Beides erledigt (;

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: Mo 19. Jul 2010, 20:46
von Ezio Kaguya
Angenommen

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: Mi 21. Jul 2010, 12:45
von Minato Uzumaki
Chakramenge/Ausdauer zählt nur als eine Schwäche, du kannst diese Schwäche nur trennen sollte sie eine Stärke von dir sein z.B körperliche Ausdauer du jedoch wenig Chakra besitzt , dann geht das nach dem Ausgleichsprinzip anderst nicht.
Ansonsten finde ich dne Charakter äußerst interessant und die Story hat mir spaß gemacht zu lesen ;)

Shijunshikou [Utmost Purity]
Warum nur Katon + Fuuton , bitte begründen.

Da dein Charakter in der Schmiedekunst bewandert ist muss dies als Besonderheit aufgelistet werden.


Mfg Minato
aka Christoph

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: Mi 21. Jul 2010, 15:31
von Hinoe
Seh ich ein. Allerdings verstehe ich dann nicht ganz, wieso man Genjutsu mit im Prinzip zwei realen Schwächen in ganze 4 gewertete Schwächen umwandeln kann? Sollte das dann nicht auch mit Ninjutsu funktionieren?
Bin selbstverständlich bereit, das zu ändern, aber ich hoffe, du verstehst, dass meine Einsicht in dieser Hinsicht leicht .. beeinflusst ist oO

Edit: zur Veranschaulichung:
Charakter hat Genjutsu 0-3 und Chakra 0-3 geskillt. Resultierende Schwächen:
Genjutsu anwenden, Genjutsu erkennen, Genjutsu lösen, Chakra

See what I mean?

Zu Shijunshikou: Ich dachte, dass durch das Rotieren die Masse von Doton- oder Suiton-Jutsu zu hoch wäre, während ich bei Raiton schlichtweg unsicher war, ich lasse mich aber gerne hier vom Gegenteil überzeugen. Ich meine, mir wäre es auch recht, alle fünf Jutsuklassen drin zu haben .. Ich hatte nur gefürchtet, das sei euch nicht balanced genug?

"Vielleicht ist zu nennen, dass Hinoe neben ihrer Shinobi-Berufung auch die Arbeit eines Schmieds auszuführen weiß ..."

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: Do 22. Jul 2010, 12:58
von Minato Uzumaki
Dann ahst du einmal einen groben Fehler in deiner Ansicht über usner Stärken und Schwächen-System .....

Genjutsu 0-3
ermöglicht dir die Schwächen Genjutsu erkennen + Genjutsu anwenden........wenn du dieses Stat hoch hast ...hast du die Option die beiden Schwächen zu trennen und dir z.B nicht zwei Stärken reinballern zu müssen sondern das du z.B sagst ...dein Chakra kann zwar mit Genjutsu 7 als Beispiel Genjutsu erkennen , sie aber nicht anwenden

die anderen beiden Punkte kommen von dme Stat Chakra
hast du diesen auf 1-3 z.B hast du die Schwächen Chakrakontrolle ....+ Genjutsu auflösen....denn das wird von der Chakrakontrolle und nicht dem Genjutsuwissen bestimmt ....das du es erkennst jedoch vom Genjutsuwissen (Mangabelge...Sakura Chuunin Auswahlprüfung....) Auch hier hast du z.B die Option wenn der Statwert hoch ist dir nur eine Stärke zu nehmen ...sie hat z.b ne hohe Chakrakontrolle, kann mit dieser aber keine Genjutsu auflösen...das müsste nurnoch begründet werden.

SO funktioniert das bei Uns bei jedem Statwert und das System dahinter ist absolut auf der Basis des Mangas ausfgebaut und durch unsere Balancing so gewollt....der einzige Stat bei dem dies nicht funktioniert ...ist der Stat Ninjutsu.....deswegen musst du Ausdauer so handhaben wie ich es dir beschrieben habe.


Der Rest ist okay ;)

Mfg Minato
aka Christoph

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: Do 29. Jul 2010, 08:55
von Hinoe
Ich glaube, wir verstehen uns an dieser Stelle nicht so ganz .. das Geschilderte war mir ja soweit bereits klar ;[
Aber da das ja zunächst sowieso keine weitere Rolle spielt und im selben Zuge auch sicherlich nicht hierher gehört, gibt's einen Tausch eines Statwerts zu bewundern, womit Chakra als Stärke entfällt und alles wieder ausgeglichen sein müsste.

Re: Shinyuu Hinoe [Kirigakure ~ Jounin]

Verfasst: Do 29. Jul 2010, 11:00
von Minato Uzumaki
Somit Angenommen

Wegen dem was du noch mit mir bereden möchtest , am besten per Pn oder im Skype melden.

Mfg Minato
aka Christoph