
I′m the peril inside~
I'm the truth that you hide
I′m the reason you don't look back in the mirror
I'm the blood on your hands -in those nightmares you have...
I′m the memory you don′t want to remember ... ~
-Papa Roach/Hanumankind: See you in hell-
Outfit |Teil-Hybrid Form (Hyou macht sich sichtbar/bemerkbar)
Für einige Augenblicke blieb es still. Nicht die unangenehme Art von Stille, sondern jene, die entstand, wenn Worte ausgesprochen wurden, die Gewicht besaßen. Hyourinmarus türkises Drachenauge ruhte weiterhin auf Kratos, während Setsunas Geist noch immer die Vielzahl an Informationen aufarbeitete, die innerhalb weniger Sekunden auf sie eingeprasselt waren. Denn Hyou machte schon immer viele Dinge mit sich aus, verriet viel zu wenig über Vater/Mutter oder die hohen Drachen. Das meiste musste sie selbst in Erfahrung bringen, doch Namen wie Onyxia, Tioman, der hohe Rat etc. waren eine schwere Kost für die Hakuma. Bei dem Wort Wiedergeburt dann, und dem Fakt, dass mittendrin ein Drachenkönig war, der scheinbar wesentlich tiefer in die Angelegenheiten der Kinder des Himmels verwickelt war, als Hyourinmaru und Setsuna ursprünglich angenommen hatten. Das tiefe Grollen im Geiste ihres Gefährten wurde für die weißhaarige spürbar leiser. Es war nicht ganz verschwunden, doch deutlich gedämpfter. Was Setsuna jedoch wunderte, war der Fakt, dass hier von Drachen und anscheinend wiedergeborenen Drachen aus höchster Position so gesprochen wurde, als wäre Hyourinmaru eine Bauernfigur. Als Sohn einer Göttin und eines hohen Drachen, sollte er ja wohl ebenfalls Ansehen oder einen hohen Rang/Titel bekleiden, oder etwa nicht? Aber wer war sie schon, dass sie diesen Gedanken laut äußern würde. Was allerdings spürbar klar war: Hyou ordnete sich nicht unter. Er respektierte sie beide in hohem Maß, dies spürte sie auch, aber unterordnen? Würde ihm im Traum nicht einfallen, verständlicherweise. Gut, dass es darum aber auch nicht ging. Satoko, Kratos und auch diese Tioman/Ilulu schienen bisher einen recht freundlichen Eindruck auf die Lehrerin zu machen, auch wenn sie ganz klar leichter zu beeindrucken war als ihr versiegelter Gefährte. Als die kleine Rothaarige protestierte und klar auf den neuen Namen verwies, zuckte Setsuna leicht zusammen. Der Nachdruck in der Stimme des jungen Drachen war unverkennbar. Fast augenblicklich entschärfte Satoko die Situation, sodass Setsunas und Hyourinmarus Blick zu dem kleinen Mädchen wanderte. Dann nickte sie leicht und es ertönte Setsunas sanfte Stimme: "Es freut mich, dich kennenzulernen, Ilulu!" Der 'kleine' Drache hatte offenbar beschlossen, ihren alten Namen hinter sich zu lassen. Etwas, das selbst Setsuna verstehen konnte, auch wenn sie keinerlei Beweggründe dazu kannte. Manchmal musste man sich eben von Dingen lösen, die andere in einem sahen. Der Sohn Shivas schnaufte leise: "...ein ungewöhnlicher Entschluss, aber ich akzeptiere deinen Wunsch, Ilulu!" Als Satoko schließlich mit der Neugeborenen in Richtung Küche verschwand, bemerkte Setsuna das ruhige Miteinander der zwei. Sie war schon ein wenig neidisch, zwar kamen sie und Hyou seit dem Komavorfall besser miteinander klar, aber ausarbeitungsreif ist es dennoch.
Die Worte des Aurion von eben, hallten immer noch nach. Er hatte Hyourinmaru verständlicherweise Einhalt geboten bzw. ihn verbal in die Schranken gewiesen. Doch anstelle von Wut darüber, fühlte die Hakuma etwas anderes von Hyou ausgehend: Akzeptanz. Respekt und vor allem… Hochachtung? War das etwa wieder einer seiner berühmt-berüchtigten Tests? ~Aber natürlich silberne, ich muss doch wissen, ob ich dem König der Drachen folgen möchte oder nicht. Außerdem wollte ich wissen, ob ich ihm dich anvertrauen kann... ~Du sprichst immer so, als sei ich das Problem bei der Lösung..., gab sie ihrem Gefährten in Gedanken zurück, woraufhin ein Lachen seinerseits in ihrem Inneren erhallte: ~Nun hast du es begriffen... Am liebsten hätte sie erneut mit den Augen gerollt, wollte sie aber keinesfalls, dass Kratos dies auf sich münzte. Dann sprach Hyourinmaru über Setsuna zu Kratos, und was dort aus seinem Mund kam, ließ sie beinahe stocken:"Mein Urteil war vorschnell..." Für einen Drachen von Stolz vermutlich das höchste Maß einer Entschuldigung, ohne sich wirklich zu entschuldigen. "Wenn mein Vater und der Rat dir Vertrauen schenkten..." Er schloss kurz das Auge: "...dann wäre es töricht, dies anzuzweifeln!" Also diesen Tag, würde Setsuna sich vermutlich im Kalender markieren, so viel war klar!
Dann ertönte des Magisters Frage erneut in ihrem Kopf, nämlich die, wie er Setsuna dienlich sein konnte. Wie elitär er sich doch ausdrückte, das war ja schon fast unangenehm! Hyourinmaru übernahm, wie angekündigt, das Ruder. Diesmal ohne Arroganz und Spott, sondern mit einer Ernsthaftigkeit, die die Lehrerin selten von ihm kannte. "Mir... Nicht Ihr. Wobei... vielleicht ist es sogar gut für uns beide!" Die Schuppen in ihrer Gesichtshälfte, die nur noch wenig von menschlicher Haut präsentierten, schimmerten im Raumlicht, ehe er ausholte und zu dem Drachenkönig sprach: "Vor langer Zeit akzeptierte ich Setsuna als meine Trägerin. Als mein Gefäß... Doch sie ist schwach..." ~Charmant! ~Du bist schwach! ~Vielen Dank! ~Bitte! Ein kurzes Knurren aus Setsunas Kehle erfolgte: "Mein derzeitiger Zustand, besitzt an ihren Körper gebundene Grenzen..." Nun wurde seine Stimme schwerer: "Vor einiger Zeit versuchte ich, mehr Kraft durch ihren Körper zu leiten, um meine wahre Form anzunehmen..." Die Finger der weißhaarigen Frau verkrampften sich leicht, denn diese Erinnerung war unangenehm. "...es endete damit, dass sie ins Koma fiel, weil ich ihrem Körper wandelte und bis über die Grenzen ihrer Kraft trieb.." Diese Worte lagen abermals schwer im Raum. "Der menschliche Körper ist nicht dafür geschaffen, dauerhaft die Macht eines hohen Drachen zu tragen … zumindest nicht in diesem Ausmaß. Deshalb, suche ich einen anderen Weg. Einen, von dem ich weiß, dass es möglich ist. Den Weg der Seelenabspaltung..." Sein und nun auch Setsunas Blick lagen studierend auf Kratos. "Ich möchte neben ihr kämpfen, nicht durch sie. Ich möchte für die Familie kämpfen... als mein eigenes Wesen. Humanoid, Drache, etwas dazwischen, egal. Du weißt da es möglich ist... " Dann erfolgte die eigentliche Bitte: "Du kennst Drachen, du kennst die Göttlichen. Beides vereint mich. Beides ist in ihr. Du kennst die Grenzen sterblicher Körper. Trainiere sie, helfe ihr, mir möglich zu machen, mein Gefäß zu verlassen..." Die Hakuma massierte sich mit einer Hand die Schläfe. "Sie wird Grenzen erreichen, sie wird versuchen, sie zu überschreiten, aber ihr eigenes Leben soll dadurch nicht verwirkt sein... Versteht ihr, warum ich zu euch komme, Drachenkönig? Wollt ihr uns helfen? Kann ich euch diese Frau anvertrauen?" Beide Augen, türkis und blau, waren auf den Magister gerichtet. Wie würde er entscheiden? Was würde er dazu sagen? Gab es diesen Weg wirklich? Setsuna wagte kaum, darüber nachzudenken. Hyou in Drachengestalt über,- oder in Menschengestalt neben ihm? Ein unglaublich angsteinflößender, aber auch aufregender Gedanke!







