--> KrankenhausIch folgte dem Jungen durch die Straßen, aber er verschwand keineswegs zielsicher in einem Ramschladen sondern ließ sich auf einer Bank nieder. Ich setzte mich kurzerhand neben ihn und lehnte mich entspannt zurück. Er fragte nach meinem Traum und ich überlegte kurz, dann schüttelte ich den Kopf.
"Einen wirklichen Traum oder Wunsch habe ich nicht. Ich habe eine Aufgabe und das ist mein Bruder. Was ich nachher mache weiß ich nicht." Ich hotte irgendwie, das mir die Anbu neue Aufgaben geben würden. Etwas, womit ich mich dauerhaft beschäftigen konnte, selbst wenn ich dabei sterben sollte. Das wäre mir lieber als sinnlos in den Tag hinein zu leben. Ich lehnte mich nach vorne und stüzte mich mit den Ellenbogen auf meinen Knien ab. Der Zopf fiel an meinem Hals vorbei und ich drehte den Kopf leicht in Richtung des Jungen, sah aber nicht ihn sondern das andere Bankbein an.
"Ich wollte nicht, aber meine Familie hat mich auch nicht gezwungen. Sie wissen nichts davon und werden es nie erfahren.", meinte ich ein ganzes Stück leiser. Verdammt, wir waren mitten im Dorf.
"Ich wurde von den Anbu angeschrieben und habe lediglich die Herausforderung der Ausbildugn angenommen." Wobei mich bisher nichts herausgefordert hatte. Das Projekt und das Training morgen würden das hoffentlich nachholen. Die letzten Wochen war ich immerhin nur tatenlos herumgesessen und hatte darauf gewartet, das Dokon seine Wohnung aufsuchen würde. Was er logischerweise und nach meinen neusten Erkenntnissen glücklicherweise nicht getan hatte. Sonst wäre ich ihm wohl doch noch zum Opfer gefallen, denn wehren hätte ich mich nicht großartig können. Zu langsam und seine Rüstung wäre zu stark gewesen. Jetzt sah ich doch zu Kagato, wenn ich auch meine Haltung dabei kaum veränderte. Gerade wollte ich eine Frage stellen, da stand der Anbulehrling auf und meinte, das er gleich zurückkommen würde. Also wartete ich einfach auf ihn. Meine Gedanken schweiften wieder am in Richtung meiner Familie im Zusammenhang mit meinem ehemaligen Sensei. Wäre ich gestorben, was wäre wohl geschehen? Vermutlich hätte es nicht lange gedauert, bis mein Bruder mir ins Grab gefolgt wäre - in Gedanken sah ich schon meine Mutter das Gift mischen oder die lebenswichtigen Tabletten wegwerfen. Danach wären sie und mein Vater die letzten beiden gewesen und hätten die trauernde Familie gespielt. Vermutlich wären sie von Konoha weg gezogen, wegen zu vielen negativen Erinnerungen. Irgendwie hatte ich so das Gefühl, meine Mutter hätte sich danach an einen besseren Mann rangeworfen und meinen Vater in die Tonne getreten, was mich ehrlich gesagt weder wunderte noch störte. Gut das es nicht so gekommen war und mit etwas Glück würde ich das Ziffernprojekt überstehen oder wir würden eh alle vernichtet werden. Ich sah auf als sich Kagato zurückmeldete mit einem großen Sandwich in der Hand.
"Das springt aber nicht wieder hoch wenn du es auf den Boden wirfst.", meinte ich und grinste leicht. Setzte mich auf und versenkte eine Hand in meiner Jackentasche, um ein Bonbon aus der Tüte zu holen. Zog es schließlich hervor und schob es in den Mund.
"Reicht mir vollkommen." Tatsächlich konnte ich mich einen ganzen Tag oder länger nur von Honigbonbons ernähren wenn es sein musste. Immerhin war da mit dem Zucker der wichtigste Energielieferant drin. Die meisten Stoffe wurden im Körper eh zu Zucker umgebaut - diese Arbeit konnte er sich hier annähernd sparen. Dafür hielt es auch nicht so lange.
"Und du bist wegen deinen Eltern hier?", fragte ich während ich das goldene Bonbon in eine Wange verbannt hatte. Wäre irgendwie naheliegend... aber nur ein wenig. Während seiner Antwort ließ ich meinen Blick über die Häuser schweifen.
"Was siehst du?", fragte ich und war auf etwas mehr als Haus, Straße, Menschen aus.
"Hier, in dieser Straße, in dem ganzen Dorf."